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Regen. Was nun?

Als Künstlergruppe, die dank Feuer oft im Freien spielt, sind wir immer wieder mit einem unvermeidbaren Übel konfrontiert: Regen. Ich möchte in diesem Eintrag beschreiben, wie wir damit umgehen und was das für den Kunden bedeutet.

Als Erstes muss gesagt werden, dass wir mit allen Kunden Verträge abschliessen, die bei Freiluftauftritten eine Schlecht-Wetter-Klausel beinhalten. Üblicherweise steht dort drin, dass der Kunde bei frühzeitiger Absage nur einen Teil der Gage bezahlen muss. Bei kurzfristiger Absage von ihm oder wetterbedingt von uns ist trotzdem die ganze Gage fällig. Dies ist für uns eine Absicherung: Am Tag der Show haben wir einen beträchtlichen Aufwand mit Vorbereitungen wie Material zusammentragen und kontrollieren, Fahrzeug beladen, usw. Klar, dass wir das nicht gratis machen wollen.

Glücklicherweise ist dieser letzte Fall der Totalabsage noch nie eingetreten. Aber wir haben schon oft um das Wetter gezittert, beispielsweise letzte Woche bei unserem Auftritt anlässlich der Nachhaltigkeitswoche der ETH und Uni Zürich. Geplant war eine Show mit LED-Tools, UV-Beleuchtung und von uns gestellten, portablen Lautsprechern. Am Abend vor dem Auftritt war der Wetterbericht für den Auftrittszeitpunkt trocken, aber bereits am nächsten Morgen war Regen für den ganzen Tag angesagt. Es folgten viele Telefonate innerhalb der Gruppe: Spielen wir? Was machen wir mit unserer Ausrüstung, wie schützen wir sie vor Nässe? Und kommt da überhaupt jemand zum Zuschauen, wenn es regnet? Kurz, die Stimmung war mässig. Wir überliessen die Entscheidung dem Kunden, der uns überzeugte, die Show doch zu spielen. Schnell wurden durchsichtige Plastiksäcke und Isolierband organisiert und die kritischen Teile eingepackt. Vor Ort liess der Regen dann deutlich nach, die Technik spielte mit, wir froren nur ein bisschen und konnten ein tolles Publikum geniessen, das sich die Freude nicht vom Regen nehmen liess. Hut ab!

Show auf der Polyterrasse der ETH Zürich (Quelle: Nachhaltigkeitswoche)

Show auf der Polyterrasse der ETH Zürich (Quelle: Nachhaltigkeitswoche)

Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie wir mit dem Problem umgehen: Offensive Kommunikation, Möglichkeiten offen halten und den Kunden in die Entscheidung mit einbeziehen. Wir möchten nicht absagen, wenn der Kunde damit nicht einverstanden ist. Gleichzeitig bereiten wir uns und all unser Material (Technik, Kostüme, Tools) so gut wie möglich auf die Regensituation vor. Aber das Publikum ist meistens heikler als wir, wenn es keinen trockenen Ort zum Zuschauen gibt. Übrigens wäre so ein Auftritt mit Feuer eher weniger problematisch gewesen, denn es braucht einen sehr starken Regen, dass uns die Tools ausgehen. LED-Tools und insbesondere die UV-Lampen sind da deutlich anfälliger.

Ein Blog also. Wieder mal.

Nun ist es also wieder so weit, dass ich die Welt mit meinen Erlebnissen und Geschichten beglücken möchte. Zwei Mal ist dieses Vorhaben bereits gescheitert. Warum sollte es dieses Mal klappen?

Weil ich ein Konzept habe. Mindestens einen Ansatz davon. Ich möchte über meine Erfahrungen als Feuerspieler schreiben. Wie die Vorbereitungen für eine Show aussehen. Was vor Ort alles schief gehen kann. Wie gut es sich anfühlt, wenn dann doch alles klappt. Wie der eigene Eindruck sich von der Rückmeldung des Kunden unterscheiden kann. Wie wir üben, trainieren, proben. Szene-Treffen auf Conventions und Festivals. Kurz: Einblick geben in meine kleine Feuerwelt.

Und: Berichten, über mich und Sachen, die mir wichtig sind. Reisen zum Beispiel. Viele dürften bereits wissen, dass ich noch dieses Jahr meine Dissertation einreichen werde (jetzt kreuzen mal bitte alle die Finger, sehr gut, danke) und plane, mich auf eine längere Reise in die südlichen Gefilde zu begeben. Dann wird aus dem Feuerspieler-Blog wohl eher ein Feuerspieler-Reiseblog mit persönlichen Inhalten.

Und sonst? Ich sehe diesen Blog als persönlichen, aber nicht-privaten Blog. Heisst, dass ich mir durchaus die Freiheit nehme, über anderes zu schreiben, wenn mir danach ist. Wissenschaft, Politik, Technik, Meinungen, beispielsweise. Aber auch, dass ich nicht vorhabe, mein Privatleben auszubreiten. Das ist Freunden und Familie vorbehalten.