Spring Recap: Juli 2014

Nach dem feurigen Juni war der Juli dann ganz anderer Natur: Kaum Proben, aber dafür gabs genügend anderes zu tun, so dass dieser Eintrag der längste dieser Reihe wird.

Gleich Anfang Juli hatte die AVETH wieder einmal zum Beach Soccer Turnier beim Home of Fifa eingeladen. Wir hatten schon bei den letzten beiden Austragungen ein starkes Team von Mathematikern zusammengestellt und waren beide Male recht erfolgreich, aber zum Sieg hatte es nie gereicht. Dieses Jahr sollte dies anders sein: Mit nur ausgezeichneten Fussballern ausgestattet starteten wir mit einem relativ knappen 2:1 ins Turnier, aber von da an wurden die Resultate bis zum finalen 4:0 im letzten Spiel nur noch besser. Turniersieg! Die gewonnene Flasche Champagner wartet immer noch bei mir zuhause auf den Siegestrunk, aber der sollte im August bald mal stattfinden. Leider verfüge ich zu diesem Zeitpunkt nicht über die vielen Fotos, die geschossen wurden, ich reiche sie bei Gelegenheit nach.

In der Zwischenzeit wurde ich zwei mal interviewt: Eine Bildungsredakteurin des Tagesanzeigers interessierte sich für die Assistenzarbeit, die wir Doktoranden an der ETH und Uni Zürich leisten. Der Artikel ist mittlerweile auch online verfügbar und meines Erachtens gut gelungen; Dieses Thema wird doch seltener beleuchtet, birgt aber auf persönlicher Ebene ein enormes Entwicklungspotential. Es macht sich im Lebenslauf sehr gut, die anfallende Arbeit von etwa einem Dutzend Vorlesungen auf 40 Assistenten und 60 Hilfsassistenten (die man erst noch aus rund 120 Kandidaten auswählen musste) verteilt zu haben. Und nebenbei bemerkt mach mir die Lehrarbeit ja auch unheimlich viel Spass!

Das zweite Interview war dann zum Thema Feuerspielen und wurde Anfang Juli bei Radio Freiburg ausgestrahlt. Thomas und ich standen Red und Antwort über die Faszination des Feuerspiels, unseren Antrieb für dieses nicht ungefährliche Hobby und was für Ziele wir dabei verfolgen. Beide Interviews zu je etwa 3 Minuten finden sich auf unserer auf unserer Homepage.

Mitte Juli durfte ich dann endlich eine der wichtigsten mathematischen Institutionen des letzten halben Jahrhunderts aufsuchen: Das IHES bei Paris. Mein Doktorvater und einer seiner Ko-Autoren hatten eine qualitativ unübertreffliche Sommerschule zu meinem Forschungsgebiet, der analytischen Zahlentheorie, organisiert, und alle Superstars waren dem Ruf gefolgt. Für mich, kurz vor Abschluss des Doktorats und ohne Ambitionen einer Forschungskarriere, war der mathematische Inhalt zwar nicht so relevant, aber es tat gut, all die Leute aus dem beruflichen Netzwerk der letzten Jahre wieder zu sehen. Noch dazu an einem so wunderbar ausgestatteten Ort wie dem IHES. Ein sehr angenehmer Seminarsaal, ein wunderschöner Garten, ruhige Arbeitsplätze, und viel Zeit zwischen den Talks.

Gärten des IHES. Bures-sur-Yvette, Juli 2014

Gärten des IHES. Bures-sur-Yvette, Juli 2014

Die Reise hat viele Erinnerungen hervorgerufen, denn wir Doktoranden waren in einem Wohnheim der Uni Paris XI untergebracht – In so einem hatte ich vor 5 Jahren während meiner Masterarbeit an selbiger Uni schon einmal für 4 Monate gewohnt. Nicht alle Erinnerungen daran sind gut, aber dieses Mal mit mehr Geld zur Verfügung und einem kürzeren Aufenthalt liess es sich ganz gut aushalten. Auch wenn die Zimmer immer noch sehr klein sind, das Internet auf alle mögliche Weisen eingeschränkt ist und meine fast volle Lush-Shampooflasche aus der Gemeinschaftsdusche gestohlen wurde…

Cause no matter how small your chamber and how packed the schedule, there's always room for some yoga and flow arts. Juli 2014

Cause no matter how small your chamber and how packed the schedule, there’s always room for some yoga and flow arts. Juli 2014

Dafür fiel der 14. Juli in die Mitte der Konferenz, und das Spektakel in der Hauptstadt konnte ich mir nicht entgehen lassen. Zusammen mit ein paar anderen Konferenzteilnehmern fuhren wir am Nachmittag in die Stadt zum Champs de Mars, dem Park direkt beim Eiffelturm, wo die abendlichen Festivitäten stattfinden würden. Bereits um 18 Uhr war der Park fast voll, obwohl vor 21 Uhr noch gar nichts los war. Wir hatten aber ziemlich gute Plätze für das famose Concert de Paris, unter Anderem mit dem Orchèstre National de France und Anna Netrebko, und natürlich für das anschliessende Feuerwerk. Und das hatte es echt in sich, denn so ein 300 Meter hoher Turm macht sich echt verdammt gut als Abschussplattform für Feuerwerk. Da können die normalen See- und Bergfeuerwerke nur einpacken! Mein persönliches Highlight waren aber die beiden Akrobaten, die in weissen LED-Anzügen am Turm herumgeturnt sind – Während des Feuerwerks! I wanna do that too!

Concert de Paris am 14. Juli 2014

Concert de Paris am 14. Juli 2014

Nach dem Feuerwerk hiess es dann, möglichst schnell zur RER zu rennen, denn die Letzte fuhr um halb eins und es war bereits deutlich nach halb zwölf, als das Feuerwerk fertig war. Bei den Menschenmassen war es auch gar nicht einfach, sich einen Weg vom Champs de Mars zur RER B zu bahnen, aber schliesslich konnten wir bei Saint-Germain-de-Près eine Metro nach Denfert-Rocherau nehmen. Dort angekommen bibberten wir erst noch, ob wir überhaupt Platz im sicherlich gut gefüllten Zug erwischen würden, aber das stellte sich als kein Problem heraus. Nebenbei haben wir dafür bemerkt, dass wir mit der nächsten Metro 3 Minuten später den Anschluss gerade verpasst hätten… Oops, Schwein gehabt!

In den darauf folgenden Wochen stellte ich meine letzte Prüfung fertig, die Mitte August stattfinden wird, und organisierte noch viele kleinere Dinge für die Zukunft, bevor es dann Ende Juli endlich in den wohl verdienten Urlaub ging.


Es bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass Du nur spielen wolltest. Du hattest mich gewarnt, ich habe Dir nicht geglaubt. Ich wollte mehr als nur spielen. Du konntest alles haben, wenn Du nur wüsstest was Du wirklich wolltest. Aber Du willst offenbar nicht wissen müssen, sondern lieber weiter spielen. Ich bezweifle, dass Du so das Glück findest, dass Du suchst. So sehr ich es jedem, auch Dir, gönnen mag.

Und ich? Ich steige wieder auf, hoch in die Lüfte, etwas ängstlich zwar, mich vor falschen Stürmen hütend. Noch habe ich das Ziel am Horizont nicht ausgemacht, aber ich weiss nun, dass ich es suchen muss – Es findet sich nicht durch blosses Treiben lassen. Nur mit einem Ziel dann kann ich abwägen, welcher Wind mich dort hin tragen kann. Du warst es nicht, auch wenn der Flug in Deinen Luftstössen unvergesslich schön war. Das jähe Ausbleiben jeglicher Unterstützung Deinerseits aber kam unverhofft und zeigt mir vor allem eines: Ich bin für Besseres bestimmt.

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