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Reiseplanungen – Nach Osten statt Westen

Es ist ja nun doch schon einige Zeit her, dass ich das Bewerbungsvideo für Performers Without Borders hochgeladen habe. In der Zwischenzeit hat sich mittlerweile auch etwas getan, aber leider erhielt ich schliesslich doch eine Absage. Besonders verwunderlich ist das nicht, denn meine Defizite im Bereich Spanisch, Erfahrungen im Arbeiten mit Kindern und Erfahrungen mit Wohnen in Drittweltländern lassen sich nicht wegdiskutieren. Das alleine wäre an sich nicht besonders schlimm, denn alle anderen benötigten Skills bringe ich definitiv mit. Die Organisation bestätigte mir auch, dass ich nicht grundsätzlich zu wenig qualifiziert sei. Aber leider musste PWB eines ihrer drei Projekte aufgrund der Ebola-Epidemie in Sierra Leone absagen, während gleichzeitig ein ähnliches Projekt in Thailand, der Spark Circus, 2015 eine Pause einlegt. Wenn sich also gleich viele Künstler auf plötzlich halb so viele Projekte bewerben, werden nur noch diejenigen genommen, die wirklich aussergewöhnlich gut sind. Nunja.

Dass eine Absage nicht unrealistisch ist, war mir von Anfang an bewusst. Deshalb habe ich mir einen weiteren Plan zurecht gelegt, der nun zur Umsetzung kommt. Und zwar werde ich statt in den Westen in den Osten reisen und ab Anfang Januar während insgesamt gut 4 Monaten Neuseeland, Australien, Bali und eine noch nicht fixierte, vierte Destination (Tibet? Ich bin  sehr interessiert an deren traditioneller Meditation…) bereisen. Klingt auch nicht schlecht, oder? Kostet halt alles etwas mehr als Nicaragua, aber mein Budget reicht glücklicherweise auch dafür. Falls also jemand Tipps für die erwähnten Länder und Orte hat, nur raus damit! Momentan ist noch nicht vieles fixiert.

Nur, dass ich plane, viel Spass zu haben.

Ein Abend am Get The Ring 3

Ein kurzer Einschub: Als Reaktion auf den letzten Eintrag wurde ich gefragt, ob ich denn der einzige Mann an dieser Convention gewesen sei. Zugegeben, diesen Eindruck kann man erhalten und es hatte ja auch wirklich nicht viele Männer dort, aber der einzige war ich dann doch nicht – Vor allem abends nicht mehr, als sich zur Galashow und der anschliessenden Hoop Disco doch eine stattliche Anzahl Männer mit Hoops auf der Tanzfläche wiederfanden.

Aber zurück zur Show selbst: Beim Abholen des Blitzes wurde ich bereits vorgewarnt, dass die Batterien vielleicht nicht mehr so gut seien. Bei den Vorbereitungen zur Show stieg der Blitz dann auch prompt aus, aber zum Glück so früh, dass ich noch genügend Zeit hatte, um bei der nächsten Tankstelle einen neuen Satz Batterien zu besorgen. Aber vielleicht wäre das gar nicht nötig gewesen: Als die Show dann losging, musste ich bald feststellen, dass ein Blitz wohl doch nicht das geeignete Mittel für schnell wechselndes, buntes Bühnenlicht ist. Also wieder weg mit dem Aufsatz – Macht ja auch das Halten der Kamera angenehmer.

Paola Berton an der Galashow

Paola Berton an der Galashow

Die Show selbst wurde von Reni Hardmeiers Hoopklasse mit einer Gruppenperformance eröffnet. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie man mit einfachen Tricks in einer Gruppe schnell interessante Bilder aufstellen kann, ohne dass alle die Supercracks sein müssen. Natürlich sieht eine Gruppenchoreographie mit lauter Profis nochmal ein gutes Stück besser aus, weil dann die Präzision deutlich höher ist, aber meiner Meinung nach braucht es das für Shows wie diese nicht zwingend, um sie geniessen zu können.

Henna Matanuska

Henna Matanuska

In der Folge traten dann insgesamt 5 Hoopkünstlerinnen auf. Ich war positiv überrascht davon, wie abwechslungsreich und unterschiedlich diese Tänzerinnen doch waren, obwohl sie alle nur dieses gleiche eine Gerät benutzten. Trotzdem waren die Stile und Ausrichten auch für den Laien deutlich zu unterscheiden – Meiner Ansicht nach ein klares Qualitätsmerkmal des Hoops. Ich erinnere mich nur ungern an den Abend an der EJC letztes Jahr, als vor der Feuershow die Einrad-Spezialisten ihren Europameister unter sich ausmachten und für uns Jongleure einfach kein Unterschied zwischen den Tricks der verschiedenen Fahrer sichtbar war. Dann lieber so wie beim Hoop.

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Reni Hardmeier

Neben Renis Hoopklasse und den 5 Solohooperinnen gab es noch zwei weitere Nummern; Andeli von den Foyks zeigte eine schöne, ruhige Performance mit schneeweissen Giant Wings und Luzia Bonilla verzauberte das Publikum mit ihrer Aerial-Ring-Nummer. Eine gute Wahl, denn so wurde das naturgemäss hooplastige Programm wohltuend aufgelockert.

Luzia Bonilla

Luzia Bonilla

Ja, und wie war dieser Abend nun für mich an der Kamera? Anstrengend. Dadurch, dass das Licht ständig wechselt und man nie weiss, welche Pose wohl gleich eingenommen wird, probiert man Vieles aus und hofft, dass dabei am Schluss etwas Brauchbares auf dem Kamerachip gelandet ist. Ich schoss also in den etwa 60 Minuten rund 600 Bilder, von denen es nun 68 in die Schlussauswahl geschafft haben. Sowohl die Kamera als auch mein Kamera-Arm kamen dabei an ihre Belastungsgrenzen, sodass ich froh war, als die Show vorbei war. Deshalb gibts auch keine Partybilder, denn mein Arbeitstag war an der Stelle beendet.

Ein Nachmittag am Get The Ring 3

Zugegeben: Der Hulahoop ist nicht mein Lieblingstool. Mindestens nicht für meine eigenen Künste. Und nein, das liegt nicht daran, dass der Hoop “nur für Frauen” ist, im Gegenteil: Ich finde, dass es zu wenige Männer gibt, die das Dogma “Hoopen is was für Mädels” über Bord werfen. Trotzdem vermag mich der Reifen nicht so in den Bann ziehen wie Poi und Levi-Stick dies tun. Aber warum rede ich überhaupt übers Hoopen?

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Hoops, Hoops, jede Menge Hoops, in allen Farben und Grössen

Wie im letzten Eintrag erwähnt fand kürzlich die dritte Ausgabe der Schweizer Hulahoop Convention in der Kulti Wetzikon statt. Aufgrund der guten Kontakte zu den Organisatorinnen Reni, Sonja und Andeli wurde ich natürlich auch dieses Jahr wieder gefragt, ob ich irgendwo mithelfen könnte, denn teilnehmen würde ich selbst ja nicht. Nach reichlich Zeit zum Überlegen konnte ich mich dazu entschliessen, die Rolle des Galashow-Fotografen zu übernehmen. Nachdem ich mich schon öfter über schlechte Fotos von Festivals und Conventions aufgeregt hab, blieb mir ja auch nicht viel anderes übrig als selbst mal Hand anzulegen, nicht wahr? Das Einzige, was mir in meiner Ausrüstung für so eine Gelegenheit noch fehlt, ist ein Blitz. Aber glücklicherweise kenne ich genügend Leute, die im Besitz eines passenden Geräts sind, sodass ich selbst nach einer kurzfristigen Absage noch etwas auftreiben konnte. (An dieser Stelle: Vielen Dank, Dani!)

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Wetter? Traumhaft!

Der Samstag selbst war gesegnet vom traumhaften Wetter, sodass ich es  etwas bedauerte, dass der von mir begleitete Workshop in der Halle stattfand. Dafür hat sich dort der Aufwand der Blitz-Beschaffung bereits gelohnt gehabt, denn die Lichtverhältnisse waren alles andere als optimal. Oft war ich froh, etwas mehr Licht verfügbar zu haben als das, was die Örtlichkeit bot. Der Workshop selbst handelte dann vom Multi-Hooping und wurde geleitet von Lisa Looping. Ich war etwas überrascht über das hohe Tempo, das sie ansetzte, aber sie hatte dafür auch wirklich bis zum Schluss interessante Tricks im Programm. Nach 90 Minuten Input gabs glücklicherweise eine kurze Zusammenfassung von allem, was sie gezeigt hat – Worauf sehr viele Handys gezückt wurden, um eben diese Zusammenfassung aufzunehmen.

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Lisa Looping bei der Zusammenfassung ihres Multi-Hoop-Workshops

Danach war das Workshopprogramm für den Samstag auch bereits beendet, und ausser etwas Stretching und dem Abendessen stand bis zu meinem Hauptprogrammpunkt, der Galashow, nichs mehr an. Aber dazu später mehr. Und à propos “mehr”: Noch viel mehr Bilder gibts in meiner Bildergalerie zum Workshopnachmittag!