Im Australischen Outback, dahinschmelzend, und ohne Gepäck

Nach Neuseeland war also Australien an der Reihe. Die Emigration in Christchurch verlief reibungslos – Wenn man mal davon absieht, dass ich erst mein Taschenmesser im Handgepäck vergass, mich aber noch vor der Sicherheitskontrolle daran erinnerte und somit auch noch mein Handgepäck aufgeben liess. Fliegen mit Kamera, Pass und Laptop in den Händen ist doch auch mal was Neues! Dann muss man sich auch nicht mit den Mitreisenden um den knappen Platz fürs Handgepäck streiten…

In Australien läuft es mit der Immigration dann so, dass man immer sein Gepäck selbst durch den Zoll tragen muss, auch wenn man innerhalb Australiens noch weiter fliegt. Mein Ziel war Alice Springs – Also erst zum Baggage Claim, dann zur Immigration, dann zum Domestic Transfer. Bereits der erste Schritt dieses Prozederes schlug bei mir fehl; Nur der kleine Handgepäck-Rucksack kam in Sydney an. Ich war jedoch bei weitem nicht der einzige Passagier dieses Fluges, dessen Gepäck fehlte. Lost & Found startete grössere Abklärungen, fand tatsächlich noch mehr Gepäck dieses Flugs, aber mein Rucksack war auch da nicht dabei. Die Dame am Lost & Found schickte mich dann trotzdem zum nächsten Flug, ich solle mich in Alice Springs wieder am Schalter melden, sie würden mein Gepäck dann schon irgendwie finden und dort hinschaffen.

Also durch den Zoll mit meinem wenigen Gepäck (übrigens eine deutlich weniger gründliche Prozedur als drüben in Neuseeland), rüber zum Domestic Transfer Terminal, Handgepäck-Rucksack wieder aufgeben (das Taschenmesser war ja immer noch da), wieder mit Pass, Kamera und Laptop in den Händen ins Flugzeug. In Alice Springs am Schalter wurde mir dann bestätigt, dass das Gepäck gefunden wurde und unterwegs sei, aber erst am nächsten Tag eintreffe. Für mich war das zwar vor allem Good News, aber auch etwas Bad News: Am nächsten Morgen um 5:30 war ich auf eine Tour zum Uluru gebucht. Die Frau am Schalter klärte also mit dem Tour-Veranstalter ab, wie mein Gepäck am einfachsten Weg zu mir finden würde und leitete mein Gepäck zum Flughafen Ayer’s Rock um. Ausserdem erhielt ich noch ein Notfallkit mit Pyjama, Zahnbürste, Deo, etc., so dass ich wenigsten etwas für die Nacht etwas hatte.

Bewaffnet mit meinem kleinen Rucksack und dem Notfallkit fuhr ich zum Hostel und checkte ein. Glücklicherweise war das Hostel gleichzeitig für meine Tour zuständig, so dass die weitere Kommunikation bezüglich meinem fehlenden Gepäck nicht schwierig war. Das würde schon alles wieder irgendwie klappen… Ausserdem hatte ich die wichtige Kommunikationseletronik sowie alle nötigen Dokumente auf mir, alles wirklich Notwendige war bei mir.

Ich verbrachte einen äusserst heissen Nachmittag, Abend und Sonnenuntergang in Alice Springs (Fotos!), einem kleinen Städtchen in der Mitte von Australien, wo nicht viel los ist – Ausser ein paar gewaltbereiten Alkoholikern, weswegen man es vermeiden sollte, nachts zu Fuss unterwegs zu sein. Äusserst heiss bedeutet hier übrigens so 38 bis 43 Grad. Selbst im Schatten fühlt es sich etwa so an, wie wenn man konstant von einem Warmluftföhn angeblasen wird, und in der Sonne… Könnt ihr euch ja vorstellen. Not cool! Deshalb trinkt man hier auch problemlos etwa 5 Liter Wasser am Tag, ohne dass man öfter aufs Klo muss.

Und so ging es am Morgen darauf auf Tour, ich immer noch in den gleichen, für diese Hitze denkbar ungeeigneten Kleidern, weiterhin ohne Gepäck.

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