Kopi Luwak, der Katzenkaffee

Auf dem Weg zurück von Tulamben fragte mich mein Fahrer, ob ich Kaffee möge. Ich bejahte, und so fragte er mich, ob wir eine Kaffeepause machen wollen. Er habe da einen Freund…

Wir fuhren als zu einer Plantage der besonderen Art. Nicht weil dort Arabica-Bohnen und diverse Teesorten angepflanzt wurden, sondern weil die Plantage auch einige Tiere zum Eigen nennt, die für einen ganz besonderen Kaffee berühmt sind: Fleckenmusangs, zu Englisch Luwaks.

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Das Leben dieser Schleichkatze ist nur wegen der Exkremente wertvoll – Sonst könnte sie wild leben. Kein schöner Anblick, denn die Käfige sind nicht gross.

Luwaks essen Kaffeefrüchte, verwerten das Fruchtfleisch und scheiden die Kaffeebohne unversehrt, aber darmbiologisch behandelt und dadurch verfeinert, wieder aus. Die Bohnen werden dann gereinigt und geröstet, verpackt und verkauft. Und so halten diverse Balinesen diese Schleichkatzen unter recht widrigen Umständen und verkaufen Kopi Luwak, wie sich der fertig gebrühte Kaffee nennt.

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Die Ausscheidungen, die gereinigt und dann geröstet werden

Ich war hin- und hergerissen, ob diese Praxis unterstützen sollte oder nicht. Denn andererseits war es eine ziemlich einmalige Gelegenheit, zu einem günstigen Preis diesen einzigartigen Kaffee zu probieren… Schliesslich siegte die Neugierde und ich bestellte eine Tasse für 50’000 Rupien, also etwa 4 Franken. Tatsächlich war es zweifellos die beste Tasse Kaffee, die ich je hatte. Geschmacklich voll und rund, wenig Säure, eine angenehme leichte Bitterkeit. Wie Kaffee eben sein sollte, aber nie ist.

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Ich gestehe, dass ich diese Praxis mit dem Kauf einer Tasse unterstützt habe und bin nicht stolz darauf. Aber verdammt, gut war der Kaffee schon…

Achja, und ein paar mehr Fotos davon gibts natürlich auch.

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