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Ein Videodreh mit unerwartetem Besuch

Tatsächlich waren die ersten Wochen hier alles andere als langweilig. Während ich mich so langsam wieder ans Leben in der Wohnung gewöhne, ging es mit dem dichten Showprogramm auch gleich mit den Proben los. Eine meiner Gruppen, das Magnetic Madness Ensemble, hatte gleich in der Woche noch einen Auftritt, für den die Hauptprobe samt Videodreh anstand. Ich selber war nicht Teil dieses Auftritts und bekam die Rolle des Zuschauers. Das kam mir nicht ungelegen, denn viel geübt hatte ich in den Wochen zuvor nicht. Stattdessen half ich hier und dort, denn zu tun gab es genügend: Neben dem dem üblichen Vorbereiten der Show galt es auch, den passenden Ort für einen Dreh zu finden.

Der angedachte Ort direkt neben dem Clubraum der Roten Fabrik erwies sich als ungeeignet, da dort an jenem Abend ein Konzert stattfand. Publikum beim Dreh ist zwar durchaus erwünscht, da es für den Künstler einfacher ist, in die passende Auftrittsstimmung zu kommen, aber die Gefahr, dass Leute quer durch das Set laufen würden, erschien uns zu gross. Also entschieden wir uns für den Parkplatz am See als Kulisse. Doch wo dort genau? Der See war zu weitläufig, die Graffiti-versprühten Mauern zu wenig neutral. Die Reihe Büsche vor einem Wohnhaus erschien uns ideal, aber unsere Filmerin bemerkte, dass ständig eine störend helle Aussenbeleuchtung im Hintergrund zu sehen wäre – auch keine gute Option. Also blieb der nur Spielplatz: Eigentlich auch kein passendes Motiv, aber da er nur schwach beleuchtet und durch die Bäume weniger weitläufig als der See war, entschieden wir uns dafür.

Und dann gings los: Erst filmten wir einige Walking Acts, dann die beiden Shows. Es war bereits ziemlich spät und nicht besonders warm, also bemühten wir uns um ein rasches Abschliessen. Tools mit Lampenöl tränken hier, Löschdecken ausbreiten dort, Kostüme herrichten. Der Dreh verlief sowohl während der Walking Acts, als auch während Teil 1 der Show flüssig und problemlos. Während Teil 2 standen dann plötzlich 7 Polizisten samt Hund auf dem Platz und wiesen uns darauf hin, dass… Nein, nicht dass das Feuer verboten sei oder etwas in diese Richtung. Im Gegenteil waren sie davon ziemlich unbeeindruckt. Nein, es ging um Lärm! Jemand, der dort wohnt, muss sich an unserer wahrlich nicht lauten Musik (oder vielleicht doch unserer Kommunikation in gehobener Lautstärke?) gestört haben und rief tatsächlich die Polizei. Glücklicherweise war diese aber auch so schnell wieder verschwunden wie sie gekommen war, aber für die Konzentration war dieser Besuch alles andere als förderlich. Da auch dieser Teil trotz allem noch vernünftig zu Ende gespielt werden konnte, konnten wir die Aufnahmen gegen Mitternacht beenden und das Filmmaterial dem Schnitt überlassen.

Und nun, einige Woche später, ist es soweit: Das Promo-Video der 3-Mann-Show des Magnetic Madness Ensembles ist fertig! Es empfiehlt sich übrigens sehr, das Video im Vollbild und HD zu schauen.