Archives for : Conventions & Festivals

Fusion Firespace 2015

Auch der längste Sommer geht irgendwann mal vorbei. Aber er war ja auch wirklich schön, nicht wahr? Ich habe jedenfalls keinen Grund zur Klage und durfte viele schöne Stunden geniessen. Manch eine davon wurde auch auf die eine oder andere Art festgehalten. Und jetzt, wo die die ganzen Filmer und Fotografen langsam wieder zuhause sind und ihr Material bearbeiten, tauchen hier und da Videos auf, die manchmal auch meine Auftritte beinhalten.

So habe ich euch doch mal von der Fusion vorgeschwärmt, vielleicht erinnert ihr euch. Der gute Tim hat alle Abende gefilmt und mittlerweile zwei Videos vom diesjähirgen Firespace geschnitten, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste Video beinhaltet die Auftritte von Thomas und mir am Variété und der Galashow, das zweite Video ist ein allgemeinerer Zusammenschnitt von Aufbau des Spaces bis wohligen Ausklang zum Schluss des Festivals.

Sommer 2015 – Ein Zwischenbericht

Ende Mai schrieb ich noch, dass der Sommer nun kommen könne, und nun ist er ja wirklich da! Nicht nur die letzten Tage waren heiss und schön, auch die bisherigen Auftritte in der Gegend waren gesegnet mit gutem Wetter.

Als erstes standen eine Menge Walking-Acts auf dem Programm, also einem kostümierten Bad in der ahnungslosen Menge an. Das Ensemble, das zusammenkam, sprühte vor Kreativität und Energie, wieder und wieder wurden neue Kombinationen ausprobiert und dem oft staunenden Publikum vorgeführt. Wir hatten unseren Spass daran, die Zuschauer sichtlich an ihre Grenzen zu bringen, ohne wirklich für Unmut zu sorgen. Dank dem Photobus gabs auch einige Bilder davon, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

20150613-0444

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

20150613-0427

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

Als nächstes stand das Pachamama-Festival in Wald auf dem Programm. Klein, familientauglich und gemütlich sind die Adjektive, die dieses Festival beschreiben. Foyk bestritt in voller, vierköpfiger Formation die Feuershow und genoss den vielen warmen Applaus des Publikums. Lange nicht mehr hat ein choreographierter Auftritt so viel Spass gemacht! Auch hier sind einige Fotos entstanden:

Pachamama Festival 2015

Pachamama Festival 2015

11406358_10153090561891785_5487610159667133864_o

Pachamama Festival 2015

11147197_10153090562321785_185652105769964666_o

Pachamama Festival 2015

Und dann war da noch die Fusion. Bilder und Videos soll es auch da noch geben, aber erhalten hab ich sie leider noch nicht. Dafür bin ich mit meinem neuen Levistick-Act ziemlich improvisiert am Open-Stage-Variete eingestiegen und konnte eine gelungene Show runterspielen. All dies war nur möglich dank des hervorragenden Platzes, den der deutsche Firespace e.V. wieder mal aufgezogen hat. Das Gelände war erneut wunderschön gestaltet, mit vielen Holzbänken, Teppichen, einem grossen Zelt, atmosphärischer Beleuchtung und einem gezimmerten Backstage-Bereich, der seinesgleichen sucht. Auch für die Feuerspieler war gesorgt: Eine perfekt ausgerüstete Dippingstation, jede Menge Safety und Löschdecken, und nicht zuletzt abgesperrte Bereiche, wo man sich in Ruhe auf die bevorstehende Performance vorbereiten konnte. Man wünscht sich, das hätte man überall so!

Und jetzt? Jetzt gehts erstmal zum One Love Festival nach Filisur, denn am Samstag Abend spielt dort das Magnetic Madness Ensemble eine Show, die sich gewaschen hat. Bilder und Videos? Gibts hoffentlich auch.

Ich bin (fast) da, der Sommer kann kommen

Heute fahre ich also nach Hause. Der geneigte Leser mag sich die Frage stellen, wodurch sich meine Heimkehr denn auf dieses heutige Datum bedingt. Diese Frage ist in der Tat berechtigt, trete ich doch meine nächste Arbeitsstelle erst im August an und verfüge auch über die nötigen finanziellen Mittel, dass ich die Reise nicht jetzt zu Ende kommen lassen müsste. Der Grund ist also nicht bei den üblichen Reiseabbruchkriterien zu suchen.

Und dann erinnert man sich daran, dass ich dieser Blog ja einen Untertitel trägt. “Abenteuer aus der Welt eines Feuerkünstlers”. Abenteuer habe ich in den letzten Monaten in Hülle und Fülle erlebt und von einigen auch berichtet, aber der Feuerspieler blieb etwas oft auf der Strecke. Dies hole ich nun nach, mein Kalender ist reichlich voll. Zu sehen gibts mich diesen Sommer an folgenden Veranstaltungen:

Ausserdem sind einige Conventions geplant:

Ich fürchte, mir wird nicht langweilig.

Der lange Weg nach Hause: Singapur

 

Wo war ich stehen geblieben? Achja, Kopi Luwak in Bali. Die etwas längere Pause hier auf dem Blog hat nicht (nur) damit zu tun, dass ich etwas faul geworden bin, sondern auch mit den Aktivitäten, die danach folgten. Ich verbrachte einige Tage (leider vor allem erkältet im Bett liegend) auf dem Pirates Retreat und besuchte anschliessend (wieder bei besserer Gesundheit) einen Meditationskurs in Sydney. In den letzten Tagen auf der Südhalbkugel repräsentierte ich schliesslich meine Alma Mater auf Austauschmessen für Studierende in zwei australischen Top-Unis.

DSC_8703.jpg

Zwei Touristen in einem Tunnel, ein Einheimischer sitzt am Rand – Ist er obdachlos oder sitzt er einfach so da? Man weiss es nicht. Singapur, übrigens.

Und dann ging es auch schon weiter: Mein Weg zurück nach Hause dauert insgesamt 5 Wochen und bringt mich in 4 weitere Länder. Die erste Destination war Singapur, ein kurzer Aufenthalt von 4 Nächten bei Freunden. Ums gleich vorwegzunehmen: Die Vorurteile über Singapur stimmen grössenteils. Die Stadt ist sauber und effizient aufgebaut, voller moderner Wolkenkratzer und reichen Ausländern. Die Stadt wird vom weltweiten Business und Tourismus getrieben, das ist unübersehbar. Und dass es oft, heftig, aber meistens nur kurz regnet, das fällt einem auch schnell auf.

DSC_8832.jpg

Wenn’s kommt, kommt’s dick!

Berühmt ist Singapur auch für die Skyline um Marina Bay. Ich bin oft zwiegespalten über Skylines, denn oft wirken sie zufällig zusammengewürfelt. Aber dadurch, dass in Singapur ein Stadtarchitekt mit Weitblick am Werk war und diese noch junge Tradition auch von seinen Nachfolgern beherzigt wird, wirken die vielen Wolkenkratzer harmonisch zusammen und sorgen für ein Gefühl von Welt, wie man es selten sieht. Und noch besser ist dieser Eindruck natürlich, wenn man das Bild in der Nacht irgendwo von weit oben bestaunen darf. Leider hatte ich in diesen Momenten meine Kamera nicht dabei, wodurch ich euch nur den Blick von unten zeigen kann.

DSC_8743.jpg

Marina Bay bei Nacht.

Singapur hat aber nicht nur Business, Wolkenkratzer und Regen zu bieten, sondern auch Parks und Gärten. Deren zwei habe ich fotografisch festgehalten, nämlich die Botanic Gardens und die Gardens by the Bay. Erstere sind dabei die älteren und mit über 150 Jahren auf dem Buckel schon beinahe prähistorisch für Singapur. Neben einem grossen Orchideenpark finden sich auch ein Abschnitt Regenwald und ein Ingwergarten auf dem grosszügig gestalteten Gelände. Ein beruhigendes Refugium für gehetzte Städter. Für mich, den Bierliebhaber, gabs sogar eine Minibrauerei mit Craft Beer!

DSC_8815.jpg

Und nachts ist vieles schön beleuchtet!

Die Gardens at the Bay bilden dann den modernen Konstrast zu den Botanic Gardens: Direkt hinter dem berühmten Marina Bay Sands Hotel gelegen, bilden sie eine gelungene Verbindung von moderner Architektur mit Gartenbau. Von Palmen inspirierte Gerüstbauten schiessen in die Höhe und tragen eine grüne Rinde aus Pflanzen um sich, es gibt Tunnels und Brücken und Seen und Teiche. Ausserdem gibt es jede Menge über die Pflanzen- und tierwelt zu lernen, denn der ganze Park ist ausgestattet mit Infotafeln und Hinweisen auf aussergewöhnliche Phänomene der Botanik. Leider machte mir hier der Regen einen dicken Strich durch die Rechnung, so dass ich einiges auslassen musste. Aber wer weiss, vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal…

DSC_8866.jpg

Gardens by the Bay mit Marina Bay Sands im Hintergrund.

Wie immer finden sich mehr Bilder in der Galerie, dieses Mal mit einer ähnlichen Gliederung wie hier: Singapur bei Tag, Singapur bei Nacht, Botanic Gardens, Gardens by the Bay.

Bali.Play 2015

Nach der ersten Nacht im gemütlich Homestay ging es für mich weiter zur ersten Jonglierconvention dieses Jahres: Bali.Play! Es handelt sich dabei um eine kleine, einfach gehaltene Convention im ziemlich verwestlichten Seminyak. Dass sie klein und einfach gehalten ist, soll aber nicht über das Niveau hinwegtäuschen: Zwar waren wir insgesamt wohl nur etwa 50 Leute, die an den 5 Tagen den Weg zur Sunrise School gefunden haben, dafür fanden sich unter diesen gleich mehrere, die in ihren Disziplinen ohne weiteres zur Weltspitze gezählt werden dürfen. So genossen wir haufenweise Workshops unter direkter Betreuung der Meister ihres Faches, was die Woche äusserst lehrreich machte.

DSC_8598.jpg

Paola Berton aus Italien unterrichtet Hula Hoop.

Zu einer Convention gehören aber nicht nur Workshops, auch die Lokalität verdient ein Augenmerk: Die Sunrise School ist eine kleine Schule für westliche, offensichtlich nicht-versnobte Familien. Dass hier versucht wird, die lokale Kultur einzubinden, ist sehr lobenswert, denn leider steht dieser Punkt auf dieser Trauminsel oft nicht hoch auf der Prioritätenliste. Wir durften die Infrastruktur der Schule benutzen, weil gerade Ferien waren. Auch die Schulkantine war extra für uns in Betrieb und zauberte gar köstliche kühle Shakes und Juices, Cookies und Brownies, und auch ganze Mahlzeiten auf den Tisch.

DSC_8621.jpg

Ein Ökologierprojekt: Indonesien kennt Recycling kaum, weshalb Plastikflaschen meistens einfach verbrannt werden. Hier wird wenigstens ein kleines Bisschen entgegengewirkt.

Ein weiteres Merkmal von Conventions sind natürlich die Shows: An Tag 2 stand eine Cabaretshow an, bei der jeder mitmachen durfte, an Tag 5 dann die etwas hochstehendere Galashow. Im Vorfeld hiess es, dass für die Gala nur “professionelle Acts” mit Kostüm und Musik zugelassen seien, weshalb ich mich fürs Cabaret entschloss. Mein kurzer Jam mit dem Feuerlevi zu Parov Stelars Radio Mojo Gang verlief ganz gut, und nun habe ich definitiv Lust dazu, mal eine ordentliche Nummer dafür zu schreiben! Wer weiss, vielleicht findet die Premiere ja dann am Bali.Play 2016 statt… 🙂

DSC_8632.jpg

Wieviele verschiedene Tools kannst du erkennen und benennen?

Übernachtet haben wir übrigens mit einer grossen Gruppe in einer Mietvillasiedlung nicht weit entfernt. Wir waren so viele, dass wir fast die gesamte Siedlung besetzten – Man kann sich nun ja ausmalen, wie der Bereich um den zentralen Pool der Siedlung ausgesehen hat. Denn ja, auch Jongleure und Feuerkünstler haben ordentlich Durst…

Mehr Fotos von den ersten Tagen und Bali.Play gibts wie immer in der Bildergalerie!

Tag 54: Ein Monolog

Es ist Donnerstag Morgen, ich befinde mich in einem hell ausgestatteten Zimmer in Coogee, Sydney. 53 Nächte sind vergangen, seit ich loszog, um die Welt (oder mindenstens einige weit entfernte, mir unbekannte Teile davon)  zu sehen. Deren 88 werden noch folgen. Eigentlich kein schlechter Zeitpunkt für eine Bestandesaufnahme.

Ich bin müde.

In Neuseeland habe ich einen gesunden Mix zwischen Umherreisen und stationären Festivals erwischt. Der rasante Roadtrip voller herausragender Landschaften in der Einsamkeit hatte mich ausgelaugt, ich sehnte mich nach etwas Ruhe und… Menschen. Ja, auch ich, der Einzelgänger, der gerne und oft alleine Projekte und Reisen plant und durchführt, sehnte mich nach Mitstreitern. Die mir nahe stehen, die fragen, wie es mir geht und das nicht nur als Höflichkeitsfloskel verstehen. Mit denen man Erlebnisse teilen kann.

Ich fand sie. Auf den Festivals in Neuseeland, über 2 Wochen mit den selben tollen Menschen um mich herum. Und ich war glücklich, hatte eine wundervolle Zeit, spürte viel Kraft in mir, sprühte vor Kreativität, riss Projekte an. Ich genoss die Zeit sehr, war mir bewusst, wie gut es mir ging. Und dass das nicht immer so sein würde. Nach den Festivals verliess ich Neuseeland, geräuschlos weinend.

Es folgte Australien. Auch ein schönes Land, ich durfte auch hier unzählige Naturwunder bestaunen, manch eines rührte mich gar zu Tränen. Auch hier machte ich faszinierende Bekanntschaften. Aber aufgrund meiner Reisepläne und des steten Weiterfahrens sollten sie für den Moment alle nur kurz ausgelebt werden können.

Ich eile von Ort zu Ort, von Stadt zum Nationalpark und weiter in die nächste Stadt. Lerne Menschen flüchtig kennen und weiss, dass ich sie nie wieder sehen werde. Trinke einen Kaffee hier, esse einen Pie dort, genehmige mir ein lokales Craftbeer, oft mit dem Smartphone in der Hand. Es ist das kleine Fenster zur Welt der Menschen, nach denen ich mich sehne. Familie, Freunde, Feuerkünstler, Trinkkumpanen: Gute Gesellschaft, die mir nahe steht. Ich wurde bereits kritisiert, ich sei zu oft auf Facebook und schreibe zu viele Blogposts, so könne ich den Urlaub doch gar nicht geniessen! Dabei tue ich das doch nur, weil ich euch liebe.

Bald ist Mittag. Ich habe die Stadt noch fast gar nicht erkundet, das sollte ich wohl mal tun. Auch wenn ich müde bin. Etwas angewidert betrachte ich den Kalender: Die nächsten 2 Wochen werden ähnlich wie die letzten. Immerhin treffe ich unterwegs Menschen, die ich schon länger kenne, das wird mich aufheitern.  Und dann kommen ja wieder Zeiten mit weniger Reisehast: Tauchen in Cairns, Jonglierfestivals auf Bali, Meditationskurs in Sydney. Keine schlechten Aussichten.

Weiterhin zerbreche ich mir den Kopf darüber, wo und wie ich den letzten Monat verbringen soll. Ich beschliesse, dass der aktuelle Gemütszustand nicht der richtige ist, um weiter darüber nachzudenken, packe meine Jongliersachen in den Rucksack und fahre los, Sydney doch noch zu erkunden.

Kiwiburn: Neuseelands lokaler Burning Man Event

Ich war also auf dem Kiwiburn. Was bitte schön soll das sein? Ein Erklärungsversuch der zehn leitenden Ideen, vermischt mit persönlichen Eindrücken.

  1. Radical Inclusion. Jeder kann, jeder darf, jeder soll kommen, wenn er denn will. Niemand wird ausgeschlossen, egal wie alt oder jung, ob alternativ oder gesellschaftskonform. Niemand wird wegen seines Aussehens oder seines Verhaltens irgendwie schief angeschaut oder missachtet, jeder kommt so wie er ist. Ich habe noch nie so viele authentische Menschen auf einem Haufen gesehen. Und auch noch nie so viele nackte Menschen, die um ein Feuer tanzen – Einige hundert dürftens schon gewesen sein, notabene bei weniger als 1000 Festivalbesuchern.
  2. Gifting. Auf einem Burn ist Geld (fast) nutzlos, denn kaufen kann man (fast) nichts. Eine Ausnahme gabs, dazu später mehr (bei Punkt 4.) Man zieht nun leicht den Fehlschluss, dass dann wohl fleissig gehandelt wird und man deshalb geeignete Tauschmittel mitnehmen sollte, aber dem ist überhaupt nicht so: Es wird geschenkt. Uneigennützig, ohne Gegenleistung, einfach so. Der Anhänger gefällt dir wirklich gut? Dann nimm ihn doch, ich brauche ihn nicht unbedingt. Wie, du hast zu viel Lachs geräuchert und hast nun einen halben Fisch übrig? Ich nehm gerne ein bisschen davon… Wir sollen ihn aufessen? Okay, kein Problem! (Es war der beste Fisch meines Lebens. Zart, saftig, reich an Geschmack aber nicht verwürzt. Ein Gedicht.)
  3. Decommodification. Weg von Konsumprinzipien und normativem Denken, einfach sein. Nimm dir das, was du brauchst, dann wann du es brauchst. Und wenn es das nicht gibt, mach es selbst! Zum Beispiel neue Federn auf dem Hut annähen. Und wenn dir morgens um 7 nach der durchgetanzten Nacht nach einem Chai gelüstet, dann geh doch einfach zum Teezelt und koch dir selbst einen. Es kostet nur deine Zeit. Und übrigens, habt ihr gewusst, dass Podpoi echt gute falsche Brüste abgeben, die dazu auch noch halbwegs weich sind, wenn man sie befummelt? Ganz abgesehen davon, dass sie dazu auch noch leuchten…
  4. Radical Self-Reliance. Du hängst nur von dir ab und niemandem sonst. Heisst insbesondere: Du musst alles, was du in der Burn-Zeit zu dir nehmen willst, selber organiseren und mitnehmen. Inklusive Nahrungsmitteln und allem (!) Wasser, das du brauchst. Für 5-6 Tage. Das ist viel und ziemlich schwer (Richtmenge: 6 Liter pro Person und Tag). Plane gut. Damit deine Lebensmittel nicht kaputt gehen, kannst du für wenig Geld kiloweise Eiswürfel kaufen. Und wenn du es nicht schaffst, ist das nicht so schlimm, dir wird geholfen. (Siehe Punkt 1, 2, 6, 7, …)
  5. Radical Self-Expression. Sei du selbst, egal was das bedeutet. Bring Kunst mit, baue etwas tolles, unterhalte mit Feuerkunst, oder leg dich einfach den ganzen Tag ins Schlammbad. Aber zeige anderen, wer du bist! Vielleicht ist ja die spontan abgehaltene Twerkingcompetition etwas für dich? Oder der offene Rund-um-die-Uhr-Jam auf der Rockstar-Stage? (Es gibt tatsächlich Leute, die 4 Stunden am Stück growlen können.)
  6. Communal Effort. Auch wenn es auf einem Burn viel um dich selbst geht, das ist nicht alles. Baut zusammen ein buntes Camp auf, stellt eine Soundanlage dazu und schmeisst eine Zombie-Frühstück für alle! Oder vielleicht mögt ihr lieber eine mobile Bar, die hier und dort mal wieder für ein Stündchen oder zwei auftaucht und erfrischende Cocktails unbekannten Inhalts ausschenkt? Ohne Gegenleistung, selbstverständlich. Glas oder Tasse nicht vergessen!
  7. Civic Responsibility. Du bist zwar auf dem Papier für nichts verantworlich, in der Praxis aber für alles, was schief geht. Da liegen Plastikfetzen herum? Sammle sie doch einfach ein und entsorge sie statt nach einer Putztruppe zu suchen. Du siehst jemanden, dem es wirklich richtig mies geht, oder siehst offenen Missbrauch? Geh hin, sprich das Problem an, helfe auf welche Weise auch immer. Denn wenn du das Problem nicht löst, wer sonst?
  8. Leaving No Trace. Müll gibt es nicht, nur Matter out of place, kurz Moop. Bring ihn da hin, wo er hingehört, nämlich in deinen eigenen Müllbeutel, den du nach dem Festival zuhause brav der Recyclingstation übergibst. Übrigens, diese Menge reduziert man am effektivsten dadurch, indem man Verpackungen und Plastiksäcke gar nicht erst mitbringt, dann muss man sie nämlich auch gar nicht mehr entsorgen. Auch Zigarettenstummel gehören nicht auf den Boden. Urin hingegen ist ein hervorragender Dünger und überall willkommen, wo er nicht durch den Geruch stört.
  9. Participation. Es läuft viel, mach einfach mit und lass dich treiben. Spiele mit, tanze mit, erforsche andere und dadurch dich selbst. Lass dich beschenken von den reichen Erfahrungen, die du nur so machen kannst. Eine Gruppenmeditation zum Thema Mindfulness mit anschliessendem Erfahrungsaustausch ist da nur der Anfang.
  10. Immediacy. Nur das Hier und Jetzt zählt, denn morgen ist schon wieder alles anders. Erwarte nichts, sondern nimm, was dir gegeben wird, und erfreue dich daran. Niemand ist dir irgend etwas schuldig, genau so wie niemand etwas bei dir zu gut hat. Das Mädel, das mit dir seit Stunden eng tanzt, hat vielleicht einfach nur Spass am Flirten und will gar nicht mehr von dir, und das ist vollkommen in Ordnung so.

TLDR: Fotos von einem nicht ganz unbegabten Menschen.

Ausblick: Die kommenden Tage, Wochen, Monate

Wie man der Karte in meinem letzten Post ansieht, bewege ich mich langsam wieder Richtung Christchurch. Dort muss ich am 19. Januar meinen gemütlichen Campervan wieder zurückgeben. Aber auch für diese 3 Tage ist noch einiges geplant: Morgen früh will ich hier in St Arnaud nochmal wandern gehen, nachdem mir das Wetter heute einen Strich durch die Rechnung machte und ich deshalb Arthur’s Pass gänzlich ausliess. Den Abend will ich dann in Blenheim verbringen, in der Hoffnung möglichst viel Bier von 8 Wired Brewing zu probieren… (Neuseeland ist übrigens bereits das Land, aus dem ich am meisten verschiedene Biere bewertet hab.) Am 18. sehe ich hoffentlich Wale und Delfine in Kaikoura, und dann gehts auch schon zurück nach Christchurch.

Aber ihr wisst ja auch, dass am 19. noch nicht das Ende meiner Reise erreicht ist. Die folgenden und verbleibenden zwei Wochen werde ich fast ausschliesslich auf Festivals verbringen, nämlich auf dem Kiwiburn, Neuseelands lokalem Burning Man, sowie Luminate, einem Musik- und Zirkusfestival. Erwartet in der Zeit also mal besser nicht zu viel Aktivität von mir. Berichte wird es sicher geben, bei Fotos bin ich mir noch nicht so sicher. What happens at the Burn, stays at the Burn.

Und dann, ja, dann gehts auch schon weiter nach Australien! Ich habe exakt 6 Wochen Zeit und hoffe, in der Zeit die Ostküste von Adelaide bis Cairns zu schaffen. Dann gehts für 3 Wochen nach Bali, bevor ich Mitte April für einen Retreat nochmal eine Woche in Sydney verweile.

Und dann? Tja, das ist die grosse Frage. Ich hab dann einen Monat Zeit, bevor ich in Nordschweden erwartet werde. Reisevorschläge und auch -partner sind sehr willkommen!

Ein Abend am Get The Ring 3

Ein kurzer Einschub: Als Reaktion auf den letzten Eintrag wurde ich gefragt, ob ich denn der einzige Mann an dieser Convention gewesen sei. Zugegeben, diesen Eindruck kann man erhalten und es hatte ja auch wirklich nicht viele Männer dort, aber der einzige war ich dann doch nicht – Vor allem abends nicht mehr, als sich zur Galashow und der anschliessenden Hoop Disco doch eine stattliche Anzahl Männer mit Hoops auf der Tanzfläche wiederfanden.

Aber zurück zur Show selbst: Beim Abholen des Blitzes wurde ich bereits vorgewarnt, dass die Batterien vielleicht nicht mehr so gut seien. Bei den Vorbereitungen zur Show stieg der Blitz dann auch prompt aus, aber zum Glück so früh, dass ich noch genügend Zeit hatte, um bei der nächsten Tankstelle einen neuen Satz Batterien zu besorgen. Aber vielleicht wäre das gar nicht nötig gewesen: Als die Show dann losging, musste ich bald feststellen, dass ein Blitz wohl doch nicht das geeignete Mittel für schnell wechselndes, buntes Bühnenlicht ist. Also wieder weg mit dem Aufsatz – Macht ja auch das Halten der Kamera angenehmer.

Paola Berton an der Galashow

Paola Berton an der Galashow

Die Show selbst wurde von Reni Hardmeiers Hoopklasse mit einer Gruppenperformance eröffnet. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie man mit einfachen Tricks in einer Gruppe schnell interessante Bilder aufstellen kann, ohne dass alle die Supercracks sein müssen. Natürlich sieht eine Gruppenchoreographie mit lauter Profis nochmal ein gutes Stück besser aus, weil dann die Präzision deutlich höher ist, aber meiner Meinung nach braucht es das für Shows wie diese nicht zwingend, um sie geniessen zu können.

Henna Matanuska

Henna Matanuska

In der Folge traten dann insgesamt 5 Hoopkünstlerinnen auf. Ich war positiv überrascht davon, wie abwechslungsreich und unterschiedlich diese Tänzerinnen doch waren, obwohl sie alle nur dieses gleiche eine Gerät benutzten. Trotzdem waren die Stile und Ausrichten auch für den Laien deutlich zu unterscheiden – Meiner Ansicht nach ein klares Qualitätsmerkmal des Hoops. Ich erinnere mich nur ungern an den Abend an der EJC letztes Jahr, als vor der Feuershow die Einrad-Spezialisten ihren Europameister unter sich ausmachten und für uns Jongleure einfach kein Unterschied zwischen den Tricks der verschiedenen Fahrer sichtbar war. Dann lieber so wie beim Hoop.

hoopcon2014-galashow-49

Reni Hardmeier

Neben Renis Hoopklasse und den 5 Solohooperinnen gab es noch zwei weitere Nummern; Andeli von den Foyks zeigte eine schöne, ruhige Performance mit schneeweissen Giant Wings und Luzia Bonilla verzauberte das Publikum mit ihrer Aerial-Ring-Nummer. Eine gute Wahl, denn so wurde das naturgemäss hooplastige Programm wohltuend aufgelockert.

Luzia Bonilla

Luzia Bonilla

Ja, und wie war dieser Abend nun für mich an der Kamera? Anstrengend. Dadurch, dass das Licht ständig wechselt und man nie weiss, welche Pose wohl gleich eingenommen wird, probiert man Vieles aus und hofft, dass dabei am Schluss etwas Brauchbares auf dem Kamerachip gelandet ist. Ich schoss also in den etwa 60 Minuten rund 600 Bilder, von denen es nun 68 in die Schlussauswahl geschafft haben. Sowohl die Kamera als auch mein Kamera-Arm kamen dabei an ihre Belastungsgrenzen, sodass ich froh war, als die Show vorbei war. Deshalb gibts auch keine Partybilder, denn mein Arbeitstag war an der Stelle beendet.

Ein Nachmittag am Get The Ring 3

Zugegeben: Der Hulahoop ist nicht mein Lieblingstool. Mindestens nicht für meine eigenen Künste. Und nein, das liegt nicht daran, dass der Hoop “nur für Frauen” ist, im Gegenteil: Ich finde, dass es zu wenige Männer gibt, die das Dogma “Hoopen is was für Mädels” über Bord werfen. Trotzdem vermag mich der Reifen nicht so in den Bann ziehen wie Poi und Levi-Stick dies tun. Aber warum rede ich überhaupt übers Hoopen?

hoopcon2014-nachmittag-18

Hoops, Hoops, jede Menge Hoops, in allen Farben und Grössen

Wie im letzten Eintrag erwähnt fand kürzlich die dritte Ausgabe der Schweizer Hulahoop Convention in der Kulti Wetzikon statt. Aufgrund der guten Kontakte zu den Organisatorinnen Reni, Sonja und Andeli wurde ich natürlich auch dieses Jahr wieder gefragt, ob ich irgendwo mithelfen könnte, denn teilnehmen würde ich selbst ja nicht. Nach reichlich Zeit zum Überlegen konnte ich mich dazu entschliessen, die Rolle des Galashow-Fotografen zu übernehmen. Nachdem ich mich schon öfter über schlechte Fotos von Festivals und Conventions aufgeregt hab, blieb mir ja auch nicht viel anderes übrig als selbst mal Hand anzulegen, nicht wahr? Das Einzige, was mir in meiner Ausrüstung für so eine Gelegenheit noch fehlt, ist ein Blitz. Aber glücklicherweise kenne ich genügend Leute, die im Besitz eines passenden Geräts sind, sodass ich selbst nach einer kurzfristigen Absage noch etwas auftreiben konnte. (An dieser Stelle: Vielen Dank, Dani!)

hoopcon2014-nachmittag-47

Wetter? Traumhaft!

Der Samstag selbst war gesegnet vom traumhaften Wetter, sodass ich es  etwas bedauerte, dass der von mir begleitete Workshop in der Halle stattfand. Dafür hat sich dort der Aufwand der Blitz-Beschaffung bereits gelohnt gehabt, denn die Lichtverhältnisse waren alles andere als optimal. Oft war ich froh, etwas mehr Licht verfügbar zu haben als das, was die Örtlichkeit bot. Der Workshop selbst handelte dann vom Multi-Hooping und wurde geleitet von Lisa Looping. Ich war etwas überrascht über das hohe Tempo, das sie ansetzte, aber sie hatte dafür auch wirklich bis zum Schluss interessante Tricks im Programm. Nach 90 Minuten Input gabs glücklicherweise eine kurze Zusammenfassung von allem, was sie gezeigt hat – Worauf sehr viele Handys gezückt wurden, um eben diese Zusammenfassung aufzunehmen.

hoopcon2014-nachmittag-46

Lisa Looping bei der Zusammenfassung ihres Multi-Hoop-Workshops

Danach war das Workshopprogramm für den Samstag auch bereits beendet, und ausser etwas Stretching und dem Abendessen stand bis zu meinem Hauptprogrammpunkt, der Galashow, nichs mehr an. Aber dazu später mehr. Und à propos “mehr”: Noch viel mehr Bilder gibts in meiner Bildergalerie zum Workshopnachmittag!