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Ein Videodreh mit unerwartetem Besuch

Tatsächlich waren die ersten Wochen hier alles andere als langweilig. Während ich mich so langsam wieder ans Leben in der Wohnung gewöhne, ging es mit dem dichten Showprogramm auch gleich mit den Proben los. Eine meiner Gruppen, das Magnetic Madness Ensemble, hatte gleich in der Woche noch einen Auftritt, für den die Hauptprobe samt Videodreh anstand. Ich selber war nicht Teil dieses Auftritts und bekam die Rolle des Zuschauers. Das kam mir nicht ungelegen, denn viel geübt hatte ich in den Wochen zuvor nicht. Stattdessen half ich hier und dort, denn zu tun gab es genügend: Neben dem dem üblichen Vorbereiten der Show galt es auch, den passenden Ort für einen Dreh zu finden.

Der angedachte Ort direkt neben dem Clubraum der Roten Fabrik erwies sich als ungeeignet, da dort an jenem Abend ein Konzert stattfand. Publikum beim Dreh ist zwar durchaus erwünscht, da es für den Künstler einfacher ist, in die passende Auftrittsstimmung zu kommen, aber die Gefahr, dass Leute quer durch das Set laufen würden, erschien uns zu gross. Also entschieden wir uns für den Parkplatz am See als Kulisse. Doch wo dort genau? Der See war zu weitläufig, die Graffiti-versprühten Mauern zu wenig neutral. Die Reihe Büsche vor einem Wohnhaus erschien uns ideal, aber unsere Filmerin bemerkte, dass ständig eine störend helle Aussenbeleuchtung im Hintergrund zu sehen wäre – auch keine gute Option. Also blieb der nur Spielplatz: Eigentlich auch kein passendes Motiv, aber da er nur schwach beleuchtet und durch die Bäume weniger weitläufig als der See war, entschieden wir uns dafür.

Und dann gings los: Erst filmten wir einige Walking Acts, dann die beiden Shows. Es war bereits ziemlich spät und nicht besonders warm, also bemühten wir uns um ein rasches Abschliessen. Tools mit Lampenöl tränken hier, Löschdecken ausbreiten dort, Kostüme herrichten. Der Dreh verlief sowohl während der Walking Acts, als auch während Teil 1 der Show flüssig und problemlos. Während Teil 2 standen dann plötzlich 7 Polizisten samt Hund auf dem Platz und wiesen uns darauf hin, dass… Nein, nicht dass das Feuer verboten sei oder etwas in diese Richtung. Im Gegenteil waren sie davon ziemlich unbeeindruckt. Nein, es ging um Lärm! Jemand, der dort wohnt, muss sich an unserer wahrlich nicht lauten Musik (oder vielleicht doch unserer Kommunikation in gehobener Lautstärke?) gestört haben und rief tatsächlich die Polizei. Glücklicherweise war diese aber auch so schnell wieder verschwunden wie sie gekommen war, aber für die Konzentration war dieser Besuch alles andere als förderlich. Da auch dieser Teil trotz allem noch vernünftig zu Ende gespielt werden konnte, konnten wir die Aufnahmen gegen Mitternacht beenden und das Filmmaterial dem Schnitt überlassen.

Und nun, einige Woche später, ist es soweit: Das Promo-Video der 3-Mann-Show des Magnetic Madness Ensembles ist fertig! Es empfiehlt sich übrigens sehr, das Video im Vollbild und HD zu schauen.

Routine, Spannung, Wachstum

Ich spiele nun seit gut drei Jahren Feuershows. Die meisten Auftritte sind zu einem grossen Teil Routine geworden: Mit dem Kunden über Inhalte, Dauer und Pekuniäres verhandeln, Programm zusammenstellen, proben, Material vorbereiten, auftreten, Gage kassieren und alles Material wieder einpacken. Auftritte dieser Art spielen wir mittlerweile viele, und so nach und nach legt sich auch die Nervosität, die früher vor jedem einzelnen Auftritt allgegenwärtig war. Glücklicherweise verspüre ich aber immer noch die gesunde Anspannung, die es mir erlaubt, mit voller Konzentration und Energie aufzutreten. Wir erhalten sie aufrecht, indem wir immer mal wieder neue Show-Elemente einbauen, an den Choreographien feilen und neue Ideen ausprobieren.

Doch manchmal gibt es diesen einen Auftritt, der grösser ist als alles Bisherige. Er verlangt alles ab, was man zu bieten hat. Er wirkt einen beinahe unerträglichen Druck aus, er spielt mit den Emotionen, mit dem Selbstwertgefühl, mit der Gruppendynamik. Und er zeigt, wo man steht. Wo man weiter ist als früher mal.

Der erste Auftritt dieser Art war für mich derjenige bei “Die Liebenden” im September 2012, als wir das erste mal mit über 50 anderen Menschen auf einer riesigen Bühne standen und gemeinsam ein Publikum von vierstelliger Grösse begeisterten. Was haben wir in den Vorbereitungen darauf geschwitzt und uns gezankt, damit auch ja alles gut laufen möge…! In diesen Momenten wächst eine Gruppe zusammen; Man erkennt, ob sie wirklich funktioniert. Der enorme Druck, den wir vor allem uns selbst auferlegt hatten, hat uns viel Energie gekostet, aber er hat uns auch zusammengeschweist und langfristig dafür gesorgt, dass wir noch besser zusammen arbeiten können und unsere Auftritte stetig besser werden.

Der zweite Auftritt, der uns an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit brachte und unseren Zusammenhalt testete, war im Dezember 2013 beim Weihnachtsessen einer international tätigen Firma. Sie hatten eine Eventhalle gemietet und extra für unseren Show-Block draussen eine Bühne mit PA aufgestellt. Wieder haben wir Blut geschwitzt, um unsere bestmögliche Performance abzuliefern, und abgesehen von kleineren Fehlern machte sich die viele Arbeit bezahlt, der Erfahrungsgewinn war riesig. Und wir wussten, dass wir einen Schritt weiter gekommen sind.

Nicht immer ist es mir schon vor dem Auftritt bewusst, welchen Stellenwert er hat und was er mit der Gruppe anstellen wird. Oder warum wir plötzlich ungewöhnlich nervös werden vor einem Auftritt. Aber ich weiss, warum ich gerade jetzt in diesem Moment nervös bin. Denn morgen steht der dritte wegweisende Auftritt an, der nächste grosse Schritt vorwärts. Am Polyball an der ETH Zürich.

Spring Recap: Fazit und Ausblick

Und nun, was bleibt?

Viele gute Erinnerungen an eine meistens schöne, manchmal leidvolle, schwierige Zeit. Das Niederschreiben der Erlebnisse und manchem Gedanken hat in mir Blockaden gelöst, die mich zuvor unglücklich machten. Ich bin dabei in einen beinahe unaufhaltsamen Schreibfluss gekommen und ich merke, dass es mir viel Spass bereitet, diese Geschichten zu erzählen. Ich hoffe, ich kann diesen Elan ausnutzen, auch wenn die Schreib-Frequenz nun naturgemäss abnehmen wird – Ich muss ja erst mal wieder etwas erleben.

Aber dafür sollten sich auch in den kommenden Monaten genügend Themen ergeben: Mit Foyk feiern wir bald 20 Jahre Jugglux in Winterthur, Anfang September folgt endlich der Glockenspieler, und daneben werden die Proben mit dem Magnetic Madness Ensemble wieder aufgenommen. Ausserdem ackere ich mich gerade durch Bewerbung bei den Performers Without Borders, um dann hoffentlich Anfang Januar zu diesem Projekt abreisen zu können.

In meinem beruflichen Leben hat der Schlussspurt zur Verteidigung begonnen, vielleicht ergibt sich auch dort der eine oder andere Beitrag. Schliesslich wird man nicht jeden Tag Doktor.

Langweilig wird mir also nicht.


And I Do.

Spring Recap: Juli 2014

Nach dem feurigen Juni war der Juli dann ganz anderer Natur: Kaum Proben, aber dafür gabs genügend anderes zu tun, so dass dieser Eintrag der längste dieser Reihe wird.

Gleich Anfang Juli hatte die AVETH wieder einmal zum Beach Soccer Turnier beim Home of Fifa eingeladen. Wir hatten schon bei den letzten beiden Austragungen ein starkes Team von Mathematikern zusammengestellt und waren beide Male recht erfolgreich, aber zum Sieg hatte es nie gereicht. Dieses Jahr sollte dies anders sein: Mit nur ausgezeichneten Fussballern ausgestattet starteten wir mit einem relativ knappen 2:1 ins Turnier, aber von da an wurden die Resultate bis zum finalen 4:0 im letzten Spiel nur noch besser. Turniersieg! Die gewonnene Flasche Champagner wartet immer noch bei mir zuhause auf den Siegestrunk, aber der sollte im August bald mal stattfinden. Leider verfüge ich zu diesem Zeitpunkt nicht über die vielen Fotos, die geschossen wurden, ich reiche sie bei Gelegenheit nach.

In der Zwischenzeit wurde ich zwei mal interviewt: Eine Bildungsredakteurin des Tagesanzeigers interessierte sich für die Assistenzarbeit, die wir Doktoranden an der ETH und Uni Zürich leisten. Der Artikel ist mittlerweile auch online verfügbar und meines Erachtens gut gelungen; Dieses Thema wird doch seltener beleuchtet, birgt aber auf persönlicher Ebene ein enormes Entwicklungspotential. Es macht sich im Lebenslauf sehr gut, die anfallende Arbeit von etwa einem Dutzend Vorlesungen auf 40 Assistenten und 60 Hilfsassistenten (die man erst noch aus rund 120 Kandidaten auswählen musste) verteilt zu haben. Und nebenbei bemerkt mach mir die Lehrarbeit ja auch unheimlich viel Spass!

Das zweite Interview war dann zum Thema Feuerspielen und wurde Anfang Juli bei Radio Freiburg ausgestrahlt. Thomas und ich standen Red und Antwort über die Faszination des Feuerspiels, unseren Antrieb für dieses nicht ungefährliche Hobby und was für Ziele wir dabei verfolgen. Beide Interviews zu je etwa 3 Minuten finden sich auf unserer auf unserer Homepage.

Mitte Juli durfte ich dann endlich eine der wichtigsten mathematischen Institutionen des letzten halben Jahrhunderts aufsuchen: Das IHES bei Paris. Mein Doktorvater und einer seiner Ko-Autoren hatten eine qualitativ unübertreffliche Sommerschule zu meinem Forschungsgebiet, der analytischen Zahlentheorie, organisiert, und alle Superstars waren dem Ruf gefolgt. Für mich, kurz vor Abschluss des Doktorats und ohne Ambitionen einer Forschungskarriere, war der mathematische Inhalt zwar nicht so relevant, aber es tat gut, all die Leute aus dem beruflichen Netzwerk der letzten Jahre wieder zu sehen. Noch dazu an einem so wunderbar ausgestatteten Ort wie dem IHES. Ein sehr angenehmer Seminarsaal, ein wunderschöner Garten, ruhige Arbeitsplätze, und viel Zeit zwischen den Talks.

Gärten des IHES. Bures-sur-Yvette, Juli 2014

Gärten des IHES. Bures-sur-Yvette, Juli 2014

Die Reise hat viele Erinnerungen hervorgerufen, denn wir Doktoranden waren in einem Wohnheim der Uni Paris XI untergebracht – In so einem hatte ich vor 5 Jahren während meiner Masterarbeit an selbiger Uni schon einmal für 4 Monate gewohnt. Nicht alle Erinnerungen daran sind gut, aber dieses Mal mit mehr Geld zur Verfügung und einem kürzeren Aufenthalt liess es sich ganz gut aushalten. Auch wenn die Zimmer immer noch sehr klein sind, das Internet auf alle mögliche Weisen eingeschränkt ist und meine fast volle Lush-Shampooflasche aus der Gemeinschaftsdusche gestohlen wurde…

Cause no matter how small your chamber and how packed the schedule, there's always room for some yoga and flow arts. Juli 2014

Cause no matter how small your chamber and how packed the schedule, there’s always room for some yoga and flow arts. Juli 2014

Dafür fiel der 14. Juli in die Mitte der Konferenz, und das Spektakel in der Hauptstadt konnte ich mir nicht entgehen lassen. Zusammen mit ein paar anderen Konferenzteilnehmern fuhren wir am Nachmittag in die Stadt zum Champs de Mars, dem Park direkt beim Eiffelturm, wo die abendlichen Festivitäten stattfinden würden. Bereits um 18 Uhr war der Park fast voll, obwohl vor 21 Uhr noch gar nichts los war. Wir hatten aber ziemlich gute Plätze für das famose Concert de Paris, unter Anderem mit dem Orchèstre National de France und Anna Netrebko, und natürlich für das anschliessende Feuerwerk. Und das hatte es echt in sich, denn so ein 300 Meter hoher Turm macht sich echt verdammt gut als Abschussplattform für Feuerwerk. Da können die normalen See- und Bergfeuerwerke nur einpacken! Mein persönliches Highlight waren aber die beiden Akrobaten, die in weissen LED-Anzügen am Turm herumgeturnt sind – Während des Feuerwerks! I wanna do that too!

Concert de Paris am 14. Juli 2014

Concert de Paris am 14. Juli 2014

Nach dem Feuerwerk hiess es dann, möglichst schnell zur RER zu rennen, denn die Letzte fuhr um halb eins und es war bereits deutlich nach halb zwölf, als das Feuerwerk fertig war. Bei den Menschenmassen war es auch gar nicht einfach, sich einen Weg vom Champs de Mars zur RER B zu bahnen, aber schliesslich konnten wir bei Saint-Germain-de-Près eine Metro nach Denfert-Rocherau nehmen. Dort angekommen bibberten wir erst noch, ob wir überhaupt Platz im sicherlich gut gefüllten Zug erwischen würden, aber das stellte sich als kein Problem heraus. Nebenbei haben wir dafür bemerkt, dass wir mit der nächsten Metro 3 Minuten später den Anschluss gerade verpasst hätten… Oops, Schwein gehabt!

In den darauf folgenden Wochen stellte ich meine letzte Prüfung fertig, die Mitte August stattfinden wird, und organisierte noch viele kleinere Dinge für die Zukunft, bevor es dann Ende Juli endlich in den wohl verdienten Urlaub ging.


Es bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass Du nur spielen wolltest. Du hattest mich gewarnt, ich habe Dir nicht geglaubt. Ich wollte mehr als nur spielen. Du konntest alles haben, wenn Du nur wüsstest was Du wirklich wolltest. Aber Du willst offenbar nicht wissen müssen, sondern lieber weiter spielen. Ich bezweifle, dass Du so das Glück findest, dass Du suchst. So sehr ich es jedem, auch Dir, gönnen mag.

Und ich? Ich steige wieder auf, hoch in die Lüfte, etwas ängstlich zwar, mich vor falschen Stürmen hütend. Noch habe ich das Ziel am Horizont nicht ausgemacht, aber ich weiss nun, dass ich es suchen muss – Es findet sich nicht durch blosses Treiben lassen. Nur mit einem Ziel dann kann ich abwägen, welcher Wind mich dort hin tragen kann. Du warst es nicht, auch wenn der Flug in Deinen Luftstössen unvergesslich schön war. Das jähe Ausbleiben jeglicher Unterstützung Deinerseits aber kam unverhofft und zeigt mir vor allem eines: Ich bin für Besseres bestimmt.

Spring Recap: Juni 2014

Der Juni, erster Monat der vorlesungsfreien Zeit, war dann für mich eine äusserst leidvolle Zeit (siehe Kursivtext unten), in der ich aber durch vieles Feuerspielen trotzdem immer vorwärts kam. “Viel” bedeutet in diesem Fall: An 16 Abenden im Juni stand bei mir entweder eine Show oder eine Probe an! Aber der Reihe nach:

Gleich am ersten Juni-Wochenende waren wir zu zweit für eine Show im Hotel Uto Kulm gebucht. Nach etwas Hin und Her wegen Räumlichkeiten, Soundanlagen und Transport stand dann fest, dass wir eine Indoor-LED-Show im UV-Licht spielen würden – Ähnlich, wie wir es bei der Nachhaltigkeitswoche draussen getan hatten. Da der Üetliberg autofrei ist, aber wir doch ordentlich Material anschleppten, stellte uns das Hotel tatsächlich einen Shuttleservice vom Bahnhof zum Gipfel zur Verfügung. Der Shuttleservice bestand dann aus einem kleinen, wendigen Elektromobil. Der einzige passende Ausdruck dafür ist wohl das Schweizerdeutsche “hääärzig”. Oben angekommen gab es dann etwas Verwirrung, wann wir genau spielen sollten, bis wir nach 3 neuen Terminen und immer wieder vorkommender Verspätung schlussendlich doch ziemlich genau zur ursprünglich abgemachten Zeit spielten. Erfreulicherweise war das Publikum sehr engagiert und hat uns ordentlich angepeitscht, so dass wir gar noch eine kleine Zugabe spielten, was eher weniger üblich ist.

Daneben standen in der Zeit weitere Proben fürs Burning Mountain und den Glockenspieler an. Beim Burning Mountain musste es nun wirklich voran gehen, da das Festival ja Ende Juni stattfand. Wir probten unermüdlich mit und ohne Kostüme, bis wir gerade noch so fertig wurden mit einem flüssigen Ablauf und sitzenden Übergängen. In der Zwischenzeit mussten wir uns auch noch auf einen Namen einigen, bei dem nach langer Diskussion und viel hin und her endlich “Magnetic Madness Ensemble” feststand. Dazu brauchten wir auch noch ein Promofoto, bei dem ich auch mal wieder meine Retuschierkünste auspacken durfte:

Magnetic Madness Ensemble. Juni 2014

Magnetic Madness Ensemble. Juni 2014

Teil der Materialauslage des Magnetic Madness Ensembles. Juni 2014

Teil der Materialauslage des Magnetic Madness Ensembles. Juni 2014

Auch beim Glockenspieler ging es gut voran, wir hatten die ersten Gesamtproben mit allen anderen Beteiligten. Natürlich wurde dabei wieder einiges umgestellt, denn bei so einem grossen Projekt entstehen die Abläufe immer erst durch die Proben. Jedenfalls scheint das Konzept aufzugehen – Aber ob das Publikum davon auch so begeistert sein wird wie wir? Man wird sehen.

Bühne von "Die Glockenspieler". Juni 2014

Bühne von “Die Glockenspieler”. Juni 2014

Und dann kam endlich das Festival, auf das wir uns schon lange vorbereitet hatten: Burning Mountain! Thomas und ich machten uns am Donnerstag als erste auf den Weg, fanden nach etwas suchen auch einen hervorragenden Zeltplatz direkt bei den Drogencheck-Experten von rave it safe, mit denen wir über das Festival hinweg eine äussert gute Nachbarschaft hatten. Auch unsere Bändel bekamen wir ohne grössere Probleme, also gönnten wir uns erstmal ein Abendessen. Im Verlauf der Nacht trafen dann auch noch die meisten anderen von unserer Gruppe ein. Leider war am Donnerstag erst die kleine Zeltbühne geöffnet, so dass wir unseren einzigen freien Abend nicht besonders ausreizen konnten.

Am Freitag belebten wir dann den Platz vor der Bühne mit unseren Flow Arts und konnten dabei auch den einen oder anderen Spieler hervorlocken. In der Zwischenzeit hatten wir auch unsere etwas spärlichen Bons erhalten, die dann noch dazu nicht an allen Ständen akzeptiert wurden. Liebe Orgas, da könnt ihr definitiv nachbessern! Gegen Abend gings dann aber auch schon bald los mit den Vorbereitungen: Umziehen, Schminken, Materialtransport, Tools tränken. Noch einmal kurz zusammen zur Ruhe kommen, Energie beschwören, und los geht’s!

Magnetic Madness Ensemble @ Burning Mountain Festival. Juni 2014 (Bildnachweis: Mysticalpics.ch)

Magnetic Madness Ensemble @ Burning Mountain Festival. Juni 2014 (Bildnachweis: Mysticalpics.ch)

Am Samstag gabs dann nochmal das Selbe in Grün, an einer etwas anderen Stelle auf dem Gelände und mit einer anderen Energie, da in unserem Ensemble nicht alles so harmonisch klappte wie erhofft. Trotzdem war die Show nicht schlecht, wie ich finde, denn gewisse Abläufe und Übergänge haben deutlich besser geklappt als tags zuvor.

Ich war nach den Shows jeweils nudelfertig und ging deshalb meistens recht bald nach den Nachbereitungen (Materialtransport, umziehen, abschminken) recht bald schlafen. Auch dem Sonntag auf dem Gelände konnte ich dann nicht mehr viel abgewinnen, da das ganze Wochenende viele Kräfte gezehrt hat. So brach ich dann am Sonntag auch schon bald und vor den Anderen auf, was den für mich angenehmen Nebeneffekt hatte, dass ich so dem später eintreffenden, grossen Regen entrinnen konnte.


“Klassisch Frau” nennst Du das also, nicht zu sagen was Du willst. Du nimmst mir den Wind aus den Segeln, schneller als Du ihn gegeben hast. Lässt mich fallen, plötzlich und von ganz oben. Nicht einmal ein lauer Windstoss ist während meines Falles zu vernehmen. Wie kannst Du so herzlos sein? Bedeutete es Dir alles nichts? Feuer sorgt für Auftrieb, ich labe mich daran, es gibt mir Halt. Ich meine Dich zu sehen, dabei hast Du mich längst vergessen. Dann ist das Feuer aus. Nichts bleibt ausser Schmerz.

Spring Recap: Mai 2014

Der Mai hatte es dafür dann in sich: Gleich am ersten Wochenende trafen sich die Schweizer Feuerspieler zum ersten Swiss Flow Arts Retreat im Tessin, organisiert von Joseph und Thomas – Herzlichen Dank euch beiden! 4 Tage lang durften wir voneinander lernen, über die Schweizer Szene diskutieren, Pläne schmieden und Freundschaften knüpfen. Einige Sachen beginnen auch bereits Früchte zu tragen, und in mir schwebt immer noch die rpositive Energie, dass wir gemeinsam Vieles verwirklichen können. Zum Beispiel problemlos die ausstehenden Kosten des Retreats mit einer Kollekte nach einer Feuershow reinholen und dabei die gefühlt halbe Bevölkerung eines Bergtals zu begeistern.

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Gleich das Wochenende darauf stand dann die FS-Con auf dem Programm. Die Convention findet auf dem wunderbaren Sensenstein bei Kassel statt, der wie gemacht für diese Convention ist: Grosse Rasenflächen, Zeltplatz zwischen schützenden Bäumen, Dreifachturnhalle mit ausreichend sanitären Anlagen, Essmöglichkeiten, und für die nicht so wetterfesten unter uns auch Mietszimmer. Wie immer war das Workshopprogramm mehr als voll, so dass man sich zu schmerzhaften Endscheidungen durchringen musste. Ich verfolgte dieses Mal vor allem Workshops, in denen an Bewegung und Ausdruck gearbeitet wurde. Meine Erfahrungen zeigen doch, dass man damit noch viel mehr herausholen kann als durch mehr Technik. Leider war dieses Wochenende ziemlich verregnet, so dass auch die Galashow in die Turnhalle verschoben musste und der legendäre FS-Con-Firespace nur spärlich bespielt wurde. Grosses Kompliment jedoch an die Gala-Acts, die fast alle klaglos auf Indoor und LED umgestiegen sind!

In der Zwischenzeit hat Foyk weiter an der Partnerpoi-Choreographie gefeilt, die dann Anfang Juni erstmals aufgeführt werden sollte. Also haben die beiden von uns, die die Choreo als erstes brauchten, flugs die finalen Details festgelegt und ordenlich geprobt, während wir anderen beiden eine Fächer-Choreo für einen anderen Auftritt auffrischten. Glücklicherweise wurde in dieser Zeit der Raum neben unserem Atelier gerade nicht gebraucht, so dass beide Paare parallel mit Musik proben konnten.

Ende Mai fand ausserdem der Departementsausflug des D-MATH statt: Wir besuchten das Weinbaumuseum auf der Halbinsel Au. Spannende Sache, dieser Weinbau, aber irgendwie liegt mir mittlerweile das Bierbrauen deutlich näher. Für den Preis einer guten Flasche Wein kriegt man einfach deutlich mehr Craft Beer der Qualität “Weltklasse”, welches erst noch in einer ungleich grösseren Vielfalt existiert. Item: Ich konnte den Ausflug nutzen, um erneut meine Ideen bezüglich der beruflichen Karriere bei den richtigen Personen platzieren und hoffe, dass das dann nächstes Jahr so klappt, wie ich mir das vorstelle. Daumen drücken ist angesagt!

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D-MATH Departementsausflug. Mai 2014


Du sagst, Du spürst nichts, aber Du wollest etwas spüren. Deine Worte drehen sich unaufhörlich in meinem Kopf. Was ist passiert, und warum? Du kannst nicht erklären, bietest Dein Mitleid an. Mehr kannst Du mir nicht geben, auch zu Deinem Bedauern.  Wir geben Uns Zeit, in der klammen Hoffnung, es führe zu mehr als nichts. 

Spring Recap: April 2014

Der April war für mich nach dem ereignisreicheren März durch Business as Usual geprägt.

In der Forschung haben wir mit dem letzten Projekt vor der Verteidigung angefangen, das bei Erfolg wohl wichtige Resultate liefern würde, aber dessen Ausgang auch reichlich unklar war und weiterhin ist.

Bei den Proben gings gut voran, wir begannen mit dem Schreiben einer neuen Partnerpoi-Choreographie, die uns noch auf Monate beschäftigen würde, aber dafür auch unser qualitativ hochstehendste Act bis dato ist. Nebenbei habe ich für den internen Datenaustausch einen kleinen Cloudservice auf meinem NAS eingerichtet, der sich als sehr praktisch erweist. Nie mehr E-Mails mit Anhängen um 10 Megabyte, kein “meine Dropbox ist voll”! Daneben gings an die ersten Proben zum Glockenspieler, der langsam Form annahm: Weniger Story, (noch) mehr Anarchie und Chaos! Ich bin gespannt, wie das schlussendlich aussehen wird, aber bombastisch wird es auf jeden Fall. 🙂 Und achja, dann gabs da noch Verhandlungen zu einem geheimen Projekt, zu dem ich leider nichts sagen darf, aber sicherlich den bisherigen Höhepunkt unseres bisherigen Schaffens darstellen wird. Man wird sehen.

Und sonst? Ich war an zwei Wochenenden auf sehr schönen Geburstagsparties mit tollen Menschen und guter Stimmung. Ihr könnt gerne wieder mal sowas organisieren, Lukas und Mariane 🙂


Die anfängliche Euphorie schwindet, ein Schatten lauert. Warum tust Du Dir das an? Du erklärst, ich versuche zu verstehen und akzeptiere. Aber Wir lassen uns davon nicht beirren und schwimmen weiter, lassen Uns treiben, ins Ungewisse. Wo wird die Reise hingehen? Wir wissen es nicht, aber stören tut Uns das auch nicht, denn all das war Teil des Plans.

Spring Recap: März 2014

Der März begann mit einer Show, über die ich im Beitrag zur Regenthematik bereits berichtete. Danach stand für mich schon bald etwas ganz anderes auf dem Programm, nämlich eine Frankreichreise zu einer Konferenz bei Marseille. Für mich war es eine gute Gelegenheit, ein fertiges Resultat erstmals in Form eines Posters zu präsentieren. Leider hatten die Organisatoren keinen Slot für Talk frei, aber die (für eine Zahlentheoriekonferenz unübliche) Postersession erwies sich als äusserst hilfreich: Durch den direkten Kontakt mit den interessierten Forschern erfuhr ich genau, woran sie wirklich interessiert sind, wodurch sich die Einleitung für das zugehörige Paper fast wie von selbst schrieb. Auch eine gute Erfahrung!

Inhaltlich war die Konferenz für mich nicht besonders aufschlussreich, da das Thema recht weit gefasst war und dementsprechend viele uninteressante Talks auf dem Programm standen. Nunja, Zeit für Anderes. Wie zum Beispiel Blogeinträge schreiben. Ach, und natürlich: Marseille besuchen und das Mittelmeer geniessen!

Orbitals against the sunset. Marseille, March 2014

Ein bisschen Poi vor dem Sonnenuntergang

Free-soloing an alten Gemäuern

Ile Rotanneau vor Marseille

Bei den Foyks stand nach dem Auftritt bei der Nachhaltigswoche wenig an, so dass wir uns erstmal an die Sommerplanung machten; Welche Festivals stehen an, wo könnten wir auftreten? Was machen wir bis dahin? Die nächsten grösseren Projekte waren bereits in den Startlöchern: Zusammen mit unseren Freunden von Hulahooop.com und weiteren Feuerspielern sollte ein neues Projekt für das Burning Mountain Festival aufgezogen werden. Ausserdem wurde der nächste Teil von Bertschingers Performances in Bubikon angekündigt: Die Glockenspieler. Damit war dann auch schnell klar, womit wir uns beschäftigen würden: Proben, Proben, Proben!


Tiefer, inniger, näher zueinander. Der unaufhaltsame Sog, die Anziehung, nie mehr loslassen. Dunkle Geheimnisse, tief schwelgende Ängste, innerste Freude, pures Glück – Alles lässt sich teilen, und Man gewinnt dabei nur.

Regen. Was nun?

Als Künstlergruppe, die dank Feuer oft im Freien spielt, sind wir immer wieder mit einem unvermeidbaren Übel konfrontiert: Regen. Ich möchte in diesem Eintrag beschreiben, wie wir damit umgehen und was das für den Kunden bedeutet.

Als Erstes muss gesagt werden, dass wir mit allen Kunden Verträge abschliessen, die bei Freiluftauftritten eine Schlecht-Wetter-Klausel beinhalten. Üblicherweise steht dort drin, dass der Kunde bei frühzeitiger Absage nur einen Teil der Gage bezahlen muss. Bei kurzfristiger Absage von ihm oder wetterbedingt von uns ist trotzdem die ganze Gage fällig. Dies ist für uns eine Absicherung: Am Tag der Show haben wir einen beträchtlichen Aufwand mit Vorbereitungen wie Material zusammentragen und kontrollieren, Fahrzeug beladen, usw. Klar, dass wir das nicht gratis machen wollen.

Glücklicherweise ist dieser letzte Fall der Totalabsage noch nie eingetreten. Aber wir haben schon oft um das Wetter gezittert, beispielsweise letzte Woche bei unserem Auftritt anlässlich der Nachhaltigkeitswoche der ETH und Uni Zürich. Geplant war eine Show mit LED-Tools, UV-Beleuchtung und von uns gestellten, portablen Lautsprechern. Am Abend vor dem Auftritt war der Wetterbericht für den Auftrittszeitpunkt trocken, aber bereits am nächsten Morgen war Regen für den ganzen Tag angesagt. Es folgten viele Telefonate innerhalb der Gruppe: Spielen wir? Was machen wir mit unserer Ausrüstung, wie schützen wir sie vor Nässe? Und kommt da überhaupt jemand zum Zuschauen, wenn es regnet? Kurz, die Stimmung war mässig. Wir überliessen die Entscheidung dem Kunden, der uns überzeugte, die Show doch zu spielen. Schnell wurden durchsichtige Plastiksäcke und Isolierband organisiert und die kritischen Teile eingepackt. Vor Ort liess der Regen dann deutlich nach, die Technik spielte mit, wir froren nur ein bisschen und konnten ein tolles Publikum geniessen, das sich die Freude nicht vom Regen nehmen liess. Hut ab!

Show auf der Polyterrasse der ETH Zürich (Quelle: Nachhaltigkeitswoche)

Show auf der Polyterrasse der ETH Zürich (Quelle: Nachhaltigkeitswoche)

Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie wir mit dem Problem umgehen: Offensive Kommunikation, Möglichkeiten offen halten und den Kunden in die Entscheidung mit einbeziehen. Wir möchten nicht absagen, wenn der Kunde damit nicht einverstanden ist. Gleichzeitig bereiten wir uns und all unser Material (Technik, Kostüme, Tools) so gut wie möglich auf die Regensituation vor. Aber das Publikum ist meistens heikler als wir, wenn es keinen trockenen Ort zum Zuschauen gibt. Übrigens wäre so ein Auftritt mit Feuer eher weniger problematisch gewesen, denn es braucht einen sehr starken Regen, dass uns die Tools ausgehen. LED-Tools und insbesondere die UV-Lampen sind da deutlich anfälliger.