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Ich bin (fast) da, der Sommer kann kommen

Heute fahre ich also nach Hause. Der geneigte Leser mag sich die Frage stellen, wodurch sich meine Heimkehr denn auf dieses heutige Datum bedingt. Diese Frage ist in der Tat berechtigt, trete ich doch meine nächste Arbeitsstelle erst im August an und verfüge auch über die nötigen finanziellen Mittel, dass ich die Reise nicht jetzt zu Ende kommen lassen müsste. Der Grund ist also nicht bei den üblichen Reiseabbruchkriterien zu suchen.

Und dann erinnert man sich daran, dass ich dieser Blog ja einen Untertitel trägt. “Abenteuer aus der Welt eines Feuerkünstlers”. Abenteuer habe ich in den letzten Monaten in Hülle und Fülle erlebt und von einigen auch berichtet, aber der Feuerspieler blieb etwas oft auf der Strecke. Dies hole ich nun nach, mein Kalender ist reichlich voll. Zu sehen gibts mich diesen Sommer an folgenden Veranstaltungen:

Ausserdem sind einige Conventions geplant:

Ich fürchte, mir wird nicht langweilig.

Bali.Play 2015

Nach der ersten Nacht im gemütlich Homestay ging es für mich weiter zur ersten Jonglierconvention dieses Jahres: Bali.Play! Es handelt sich dabei um eine kleine, einfach gehaltene Convention im ziemlich verwestlichten Seminyak. Dass sie klein und einfach gehalten ist, soll aber nicht über das Niveau hinwegtäuschen: Zwar waren wir insgesamt wohl nur etwa 50 Leute, die an den 5 Tagen den Weg zur Sunrise School gefunden haben, dafür fanden sich unter diesen gleich mehrere, die in ihren Disziplinen ohne weiteres zur Weltspitze gezählt werden dürfen. So genossen wir haufenweise Workshops unter direkter Betreuung der Meister ihres Faches, was die Woche äusserst lehrreich machte.

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Paola Berton aus Italien unterrichtet Hula Hoop.

Zu einer Convention gehören aber nicht nur Workshops, auch die Lokalität verdient ein Augenmerk: Die Sunrise School ist eine kleine Schule für westliche, offensichtlich nicht-versnobte Familien. Dass hier versucht wird, die lokale Kultur einzubinden, ist sehr lobenswert, denn leider steht dieser Punkt auf dieser Trauminsel oft nicht hoch auf der Prioritätenliste. Wir durften die Infrastruktur der Schule benutzen, weil gerade Ferien waren. Auch die Schulkantine war extra für uns in Betrieb und zauberte gar köstliche kühle Shakes und Juices, Cookies und Brownies, und auch ganze Mahlzeiten auf den Tisch.

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Ein Ökologierprojekt: Indonesien kennt Recycling kaum, weshalb Plastikflaschen meistens einfach verbrannt werden. Hier wird wenigstens ein kleines Bisschen entgegengewirkt.

Ein weiteres Merkmal von Conventions sind natürlich die Shows: An Tag 2 stand eine Cabaretshow an, bei der jeder mitmachen durfte, an Tag 5 dann die etwas hochstehendere Galashow. Im Vorfeld hiess es, dass für die Gala nur “professionelle Acts” mit Kostüm und Musik zugelassen seien, weshalb ich mich fürs Cabaret entschloss. Mein kurzer Jam mit dem Feuerlevi zu Parov Stelars Radio Mojo Gang verlief ganz gut, und nun habe ich definitiv Lust dazu, mal eine ordentliche Nummer dafür zu schreiben! Wer weiss, vielleicht findet die Premiere ja dann am Bali.Play 2016 statt… 🙂

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Wieviele verschiedene Tools kannst du erkennen und benennen?

Übernachtet haben wir übrigens mit einer grossen Gruppe in einer Mietvillasiedlung nicht weit entfernt. Wir waren so viele, dass wir fast die gesamte Siedlung besetzten – Man kann sich nun ja ausmalen, wie der Bereich um den zentralen Pool der Siedlung ausgesehen hat. Denn ja, auch Jongleure und Feuerkünstler haben ordentlich Durst…

Mehr Fotos von den ersten Tagen und Bali.Play gibts wie immer in der Bildergalerie!

Ein Abend am Get The Ring 3

Ein kurzer Einschub: Als Reaktion auf den letzten Eintrag wurde ich gefragt, ob ich denn der einzige Mann an dieser Convention gewesen sei. Zugegeben, diesen Eindruck kann man erhalten und es hatte ja auch wirklich nicht viele Männer dort, aber der einzige war ich dann doch nicht – Vor allem abends nicht mehr, als sich zur Galashow und der anschliessenden Hoop Disco doch eine stattliche Anzahl Männer mit Hoops auf der Tanzfläche wiederfanden.

Aber zurück zur Show selbst: Beim Abholen des Blitzes wurde ich bereits vorgewarnt, dass die Batterien vielleicht nicht mehr so gut seien. Bei den Vorbereitungen zur Show stieg der Blitz dann auch prompt aus, aber zum Glück so früh, dass ich noch genügend Zeit hatte, um bei der nächsten Tankstelle einen neuen Satz Batterien zu besorgen. Aber vielleicht wäre das gar nicht nötig gewesen: Als die Show dann losging, musste ich bald feststellen, dass ein Blitz wohl doch nicht das geeignete Mittel für schnell wechselndes, buntes Bühnenlicht ist. Also wieder weg mit dem Aufsatz – Macht ja auch das Halten der Kamera angenehmer.

Paola Berton an der Galashow

Paola Berton an der Galashow

Die Show selbst wurde von Reni Hardmeiers Hoopklasse mit einer Gruppenperformance eröffnet. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie man mit einfachen Tricks in einer Gruppe schnell interessante Bilder aufstellen kann, ohne dass alle die Supercracks sein müssen. Natürlich sieht eine Gruppenchoreographie mit lauter Profis nochmal ein gutes Stück besser aus, weil dann die Präzision deutlich höher ist, aber meiner Meinung nach braucht es das für Shows wie diese nicht zwingend, um sie geniessen zu können.

Henna Matanuska

Henna Matanuska

In der Folge traten dann insgesamt 5 Hoopkünstlerinnen auf. Ich war positiv überrascht davon, wie abwechslungsreich und unterschiedlich diese Tänzerinnen doch waren, obwohl sie alle nur dieses gleiche eine Gerät benutzten. Trotzdem waren die Stile und Ausrichten auch für den Laien deutlich zu unterscheiden – Meiner Ansicht nach ein klares Qualitätsmerkmal des Hoops. Ich erinnere mich nur ungern an den Abend an der EJC letztes Jahr, als vor der Feuershow die Einrad-Spezialisten ihren Europameister unter sich ausmachten und für uns Jongleure einfach kein Unterschied zwischen den Tricks der verschiedenen Fahrer sichtbar war. Dann lieber so wie beim Hoop.

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Reni Hardmeier

Neben Renis Hoopklasse und den 5 Solohooperinnen gab es noch zwei weitere Nummern; Andeli von den Foyks zeigte eine schöne, ruhige Performance mit schneeweissen Giant Wings und Luzia Bonilla verzauberte das Publikum mit ihrer Aerial-Ring-Nummer. Eine gute Wahl, denn so wurde das naturgemäss hooplastige Programm wohltuend aufgelockert.

Luzia Bonilla

Luzia Bonilla

Ja, und wie war dieser Abend nun für mich an der Kamera? Anstrengend. Dadurch, dass das Licht ständig wechselt und man nie weiss, welche Pose wohl gleich eingenommen wird, probiert man Vieles aus und hofft, dass dabei am Schluss etwas Brauchbares auf dem Kamerachip gelandet ist. Ich schoss also in den etwa 60 Minuten rund 600 Bilder, von denen es nun 68 in die Schlussauswahl geschafft haben. Sowohl die Kamera als auch mein Kamera-Arm kamen dabei an ihre Belastungsgrenzen, sodass ich froh war, als die Show vorbei war. Deshalb gibts auch keine Partybilder, denn mein Arbeitstag war an der Stelle beendet.

Ein Nachmittag am Get The Ring 3

Zugegeben: Der Hulahoop ist nicht mein Lieblingstool. Mindestens nicht für meine eigenen Künste. Und nein, das liegt nicht daran, dass der Hoop “nur für Frauen” ist, im Gegenteil: Ich finde, dass es zu wenige Männer gibt, die das Dogma “Hoopen is was für Mädels” über Bord werfen. Trotzdem vermag mich der Reifen nicht so in den Bann ziehen wie Poi und Levi-Stick dies tun. Aber warum rede ich überhaupt übers Hoopen?

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Hoops, Hoops, jede Menge Hoops, in allen Farben und Grössen

Wie im letzten Eintrag erwähnt fand kürzlich die dritte Ausgabe der Schweizer Hulahoop Convention in der Kulti Wetzikon statt. Aufgrund der guten Kontakte zu den Organisatorinnen Reni, Sonja und Andeli wurde ich natürlich auch dieses Jahr wieder gefragt, ob ich irgendwo mithelfen könnte, denn teilnehmen würde ich selbst ja nicht. Nach reichlich Zeit zum Überlegen konnte ich mich dazu entschliessen, die Rolle des Galashow-Fotografen zu übernehmen. Nachdem ich mich schon öfter über schlechte Fotos von Festivals und Conventions aufgeregt hab, blieb mir ja auch nicht viel anderes übrig als selbst mal Hand anzulegen, nicht wahr? Das Einzige, was mir in meiner Ausrüstung für so eine Gelegenheit noch fehlt, ist ein Blitz. Aber glücklicherweise kenne ich genügend Leute, die im Besitz eines passenden Geräts sind, sodass ich selbst nach einer kurzfristigen Absage noch etwas auftreiben konnte. (An dieser Stelle: Vielen Dank, Dani!)

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Wetter? Traumhaft!

Der Samstag selbst war gesegnet vom traumhaften Wetter, sodass ich es  etwas bedauerte, dass der von mir begleitete Workshop in der Halle stattfand. Dafür hat sich dort der Aufwand der Blitz-Beschaffung bereits gelohnt gehabt, denn die Lichtverhältnisse waren alles andere als optimal. Oft war ich froh, etwas mehr Licht verfügbar zu haben als das, was die Örtlichkeit bot. Der Workshop selbst handelte dann vom Multi-Hooping und wurde geleitet von Lisa Looping. Ich war etwas überrascht über das hohe Tempo, das sie ansetzte, aber sie hatte dafür auch wirklich bis zum Schluss interessante Tricks im Programm. Nach 90 Minuten Input gabs glücklicherweise eine kurze Zusammenfassung von allem, was sie gezeigt hat – Worauf sehr viele Handys gezückt wurden, um eben diese Zusammenfassung aufzunehmen.

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Lisa Looping bei der Zusammenfassung ihres Multi-Hoop-Workshops

Danach war das Workshopprogramm für den Samstag auch bereits beendet, und ausser etwas Stretching und dem Abendessen stand bis zu meinem Hauptprogrammpunkt, der Galashow, nichs mehr an. Aber dazu später mehr. Und à propos “mehr”: Noch viel mehr Bilder gibts in meiner Bildergalerie zum Workshopnachmittag!

Get The Ring 3: Erste Fotos der Galashow

Dieses Wochenende fand in der Kulti Wetzikon die dritte Auflage der Schweizer Hula-Hoop Convention mit dem Titel “Get The Ring” statt. Ich selbst habe daran nicht teilgenommen, durfte aber gestern bei der Galashow den Fotografen spielen. Es wird eine Weile dauern, bis ich die vielen schönen Impressionen der Show und auch der Workshops bearbeitet habe, aber für ein kurzes Preview hats doch schon gereicht:

Die Hoop-Klasse von Reni Hardmeier

Die Hoop-Klasse von Reni Hardmeier

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Andeli Foyk mit Giant Wings

Lisa Looping mit Mulithooping

Lisa Looping mit Mulithooping

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Luzia Bonilla mit Aerial Acrobatics

Alle Künstlerinnen der Galashow vereint

Alle Künstlerinnen der Galashow vereint

Spring Recap: Mai 2014

Der Mai hatte es dafür dann in sich: Gleich am ersten Wochenende trafen sich die Schweizer Feuerspieler zum ersten Swiss Flow Arts Retreat im Tessin, organisiert von Joseph und Thomas – Herzlichen Dank euch beiden! 4 Tage lang durften wir voneinander lernen, über die Schweizer Szene diskutieren, Pläne schmieden und Freundschaften knüpfen. Einige Sachen beginnen auch bereits Früchte zu tragen, und in mir schwebt immer noch die rpositive Energie, dass wir gemeinsam Vieles verwirklichen können. Zum Beispiel problemlos die ausstehenden Kosten des Retreats mit einer Kollekte nach einer Feuershow reinholen und dabei die gefühlt halbe Bevölkerung eines Bergtals zu begeistern.

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Gleich das Wochenende darauf stand dann die FS-Con auf dem Programm. Die Convention findet auf dem wunderbaren Sensenstein bei Kassel statt, der wie gemacht für diese Convention ist: Grosse Rasenflächen, Zeltplatz zwischen schützenden Bäumen, Dreifachturnhalle mit ausreichend sanitären Anlagen, Essmöglichkeiten, und für die nicht so wetterfesten unter uns auch Mietszimmer. Wie immer war das Workshopprogramm mehr als voll, so dass man sich zu schmerzhaften Endscheidungen durchringen musste. Ich verfolgte dieses Mal vor allem Workshops, in denen an Bewegung und Ausdruck gearbeitet wurde. Meine Erfahrungen zeigen doch, dass man damit noch viel mehr herausholen kann als durch mehr Technik. Leider war dieses Wochenende ziemlich verregnet, so dass auch die Galashow in die Turnhalle verschoben musste und der legendäre FS-Con-Firespace nur spärlich bespielt wurde. Grosses Kompliment jedoch an die Gala-Acts, die fast alle klaglos auf Indoor und LED umgestiegen sind!

In der Zwischenzeit hat Foyk weiter an der Partnerpoi-Choreographie gefeilt, die dann Anfang Juni erstmals aufgeführt werden sollte. Also haben die beiden von uns, die die Choreo als erstes brauchten, flugs die finalen Details festgelegt und ordenlich geprobt, während wir anderen beiden eine Fächer-Choreo für einen anderen Auftritt auffrischten. Glücklicherweise wurde in dieser Zeit der Raum neben unserem Atelier gerade nicht gebraucht, so dass beide Paare parallel mit Musik proben konnten.

Ende Mai fand ausserdem der Departementsausflug des D-MATH statt: Wir besuchten das Weinbaumuseum auf der Halbinsel Au. Spannende Sache, dieser Weinbau, aber irgendwie liegt mir mittlerweile das Bierbrauen deutlich näher. Für den Preis einer guten Flasche Wein kriegt man einfach deutlich mehr Craft Beer der Qualität “Weltklasse”, welches erst noch in einer ungleich grösseren Vielfalt existiert. Item: Ich konnte den Ausflug nutzen, um erneut meine Ideen bezüglich der beruflichen Karriere bei den richtigen Personen platzieren und hoffe, dass das dann nächstes Jahr so klappt, wie ich mir das vorstelle. Daumen drücken ist angesagt!

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D-MATH Departementsausflug. Mai 2014


Du sagst, Du spürst nichts, aber Du wollest etwas spüren. Deine Worte drehen sich unaufhörlich in meinem Kopf. Was ist passiert, und warum? Du kannst nicht erklären, bietest Dein Mitleid an. Mehr kannst Du mir nicht geben, auch zu Deinem Bedauern.  Wir geben Uns Zeit, in der klammen Hoffnung, es führe zu mehr als nichts.