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Fusion Firespace 2015

Auch der längste Sommer geht irgendwann mal vorbei. Aber er war ja auch wirklich schön, nicht wahr? Ich habe jedenfalls keinen Grund zur Klage und durfte viele schöne Stunden geniessen. Manch eine davon wurde auch auf die eine oder andere Art festgehalten. Und jetzt, wo die die ganzen Filmer und Fotografen langsam wieder zuhause sind und ihr Material bearbeiten, tauchen hier und da Videos auf, die manchmal auch meine Auftritte beinhalten.

So habe ich euch doch mal von der Fusion vorgeschwärmt, vielleicht erinnert ihr euch. Der gute Tim hat alle Abende gefilmt und mittlerweile zwei Videos vom diesjähirgen Firespace geschnitten, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste Video beinhaltet die Auftritte von Thomas und mir am Variété und der Galashow, das zweite Video ist ein allgemeinerer Zusammenschnitt von Aufbau des Spaces bis wohligen Ausklang zum Schluss des Festivals.

Sommer 2015 – Ein Zwischenbericht

Ende Mai schrieb ich noch, dass der Sommer nun kommen könne, und nun ist er ja wirklich da! Nicht nur die letzten Tage waren heiss und schön, auch die bisherigen Auftritte in der Gegend waren gesegnet mit gutem Wetter.

Als erstes standen eine Menge Walking-Acts auf dem Programm, also einem kostümierten Bad in der ahnungslosen Menge an. Das Ensemble, das zusammenkam, sprühte vor Kreativität und Energie, wieder und wieder wurden neue Kombinationen ausprobiert und dem oft staunenden Publikum vorgeführt. Wir hatten unseren Spass daran, die Zuschauer sichtlich an ihre Grenzen zu bringen, ohne wirklich für Unmut zu sorgen. Dank dem Photobus gabs auch einige Bilder davon, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

40 Jahre Bertschinger Innenausbau AG

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Als nächstes stand das Pachamama-Festival in Wald auf dem Programm. Klein, familientauglich und gemütlich sind die Adjektive, die dieses Festival beschreiben. Foyk bestritt in voller, vierköpfiger Formation die Feuershow und genoss den vielen warmen Applaus des Publikums. Lange nicht mehr hat ein choreographierter Auftritt so viel Spass gemacht! Auch hier sind einige Fotos entstanden:

Pachamama Festival 2015

Pachamama Festival 2015

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Pachamama Festival 2015

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Pachamama Festival 2015

Und dann war da noch die Fusion. Bilder und Videos soll es auch da noch geben, aber erhalten hab ich sie leider noch nicht. Dafür bin ich mit meinem neuen Levistick-Act ziemlich improvisiert am Open-Stage-Variete eingestiegen und konnte eine gelungene Show runterspielen. All dies war nur möglich dank des hervorragenden Platzes, den der deutsche Firespace e.V. wieder mal aufgezogen hat. Das Gelände war erneut wunderschön gestaltet, mit vielen Holzbänken, Teppichen, einem grossen Zelt, atmosphärischer Beleuchtung und einem gezimmerten Backstage-Bereich, der seinesgleichen sucht. Auch für die Feuerspieler war gesorgt: Eine perfekt ausgerüstete Dippingstation, jede Menge Safety und Löschdecken, und nicht zuletzt abgesperrte Bereiche, wo man sich in Ruhe auf die bevorstehende Performance vorbereiten konnte. Man wünscht sich, das hätte man überall so!

Und jetzt? Jetzt gehts erstmal zum One Love Festival nach Filisur, denn am Samstag Abend spielt dort das Magnetic Madness Ensemble eine Show, die sich gewaschen hat. Bilder und Videos? Gibts hoffentlich auch.

Ich bin (fast) da, der Sommer kann kommen

Heute fahre ich also nach Hause. Der geneigte Leser mag sich die Frage stellen, wodurch sich meine Heimkehr denn auf dieses heutige Datum bedingt. Diese Frage ist in der Tat berechtigt, trete ich doch meine nächste Arbeitsstelle erst im August an und verfüge auch über die nötigen finanziellen Mittel, dass ich die Reise nicht jetzt zu Ende kommen lassen müsste. Der Grund ist also nicht bei den üblichen Reiseabbruchkriterien zu suchen.

Und dann erinnert man sich daran, dass ich dieser Blog ja einen Untertitel trägt. “Abenteuer aus der Welt eines Feuerkünstlers”. Abenteuer habe ich in den letzten Monaten in Hülle und Fülle erlebt und von einigen auch berichtet, aber der Feuerspieler blieb etwas oft auf der Strecke. Dies hole ich nun nach, mein Kalender ist reichlich voll. Zu sehen gibts mich diesen Sommer an folgenden Veranstaltungen:

Ausserdem sind einige Conventions geplant:

Ich fürchte, mir wird nicht langweilig.

Der lange Weg nach Hause: Singapur

 

Wo war ich stehen geblieben? Achja, Kopi Luwak in Bali. Die etwas längere Pause hier auf dem Blog hat nicht (nur) damit zu tun, dass ich etwas faul geworden bin, sondern auch mit den Aktivitäten, die danach folgten. Ich verbrachte einige Tage (leider vor allem erkältet im Bett liegend) auf dem Pirates Retreat und besuchte anschliessend (wieder bei besserer Gesundheit) einen Meditationskurs in Sydney. In den letzten Tagen auf der Südhalbkugel repräsentierte ich schliesslich meine Alma Mater auf Austauschmessen für Studierende in zwei australischen Top-Unis.

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Zwei Touristen in einem Tunnel, ein Einheimischer sitzt am Rand – Ist er obdachlos oder sitzt er einfach so da? Man weiss es nicht. Singapur, übrigens.

Und dann ging es auch schon weiter: Mein Weg zurück nach Hause dauert insgesamt 5 Wochen und bringt mich in 4 weitere Länder. Die erste Destination war Singapur, ein kurzer Aufenthalt von 4 Nächten bei Freunden. Ums gleich vorwegzunehmen: Die Vorurteile über Singapur stimmen grössenteils. Die Stadt ist sauber und effizient aufgebaut, voller moderner Wolkenkratzer und reichen Ausländern. Die Stadt wird vom weltweiten Business und Tourismus getrieben, das ist unübersehbar. Und dass es oft, heftig, aber meistens nur kurz regnet, das fällt einem auch schnell auf.

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Wenn’s kommt, kommt’s dick!

Berühmt ist Singapur auch für die Skyline um Marina Bay. Ich bin oft zwiegespalten über Skylines, denn oft wirken sie zufällig zusammengewürfelt. Aber dadurch, dass in Singapur ein Stadtarchitekt mit Weitblick am Werk war und diese noch junge Tradition auch von seinen Nachfolgern beherzigt wird, wirken die vielen Wolkenkratzer harmonisch zusammen und sorgen für ein Gefühl von Welt, wie man es selten sieht. Und noch besser ist dieser Eindruck natürlich, wenn man das Bild in der Nacht irgendwo von weit oben bestaunen darf. Leider hatte ich in diesen Momenten meine Kamera nicht dabei, wodurch ich euch nur den Blick von unten zeigen kann.

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Marina Bay bei Nacht.

Singapur hat aber nicht nur Business, Wolkenkratzer und Regen zu bieten, sondern auch Parks und Gärten. Deren zwei habe ich fotografisch festgehalten, nämlich die Botanic Gardens und die Gardens by the Bay. Erstere sind dabei die älteren und mit über 150 Jahren auf dem Buckel schon beinahe prähistorisch für Singapur. Neben einem grossen Orchideenpark finden sich auch ein Abschnitt Regenwald und ein Ingwergarten auf dem grosszügig gestalteten Gelände. Ein beruhigendes Refugium für gehetzte Städter. Für mich, den Bierliebhaber, gabs sogar eine Minibrauerei mit Craft Beer!

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Und nachts ist vieles schön beleuchtet!

Die Gardens at the Bay bilden dann den modernen Konstrast zu den Botanic Gardens: Direkt hinter dem berühmten Marina Bay Sands Hotel gelegen, bilden sie eine gelungene Verbindung von moderner Architektur mit Gartenbau. Von Palmen inspirierte Gerüstbauten schiessen in die Höhe und tragen eine grüne Rinde aus Pflanzen um sich, es gibt Tunnels und Brücken und Seen und Teiche. Ausserdem gibt es jede Menge über die Pflanzen- und tierwelt zu lernen, denn der ganze Park ist ausgestattet mit Infotafeln und Hinweisen auf aussergewöhnliche Phänomene der Botanik. Leider machte mir hier der Regen einen dicken Strich durch die Rechnung, so dass ich einiges auslassen musste. Aber wer weiss, vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal…

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Gardens by the Bay mit Marina Bay Sands im Hintergrund.

Wie immer finden sich mehr Bilder in der Galerie, dieses Mal mit einer ähnlichen Gliederung wie hier: Singapur bei Tag, Singapur bei Nacht, Botanic Gardens, Gardens by the Bay.

Mein erstes Mal: Reisen per Anhalter

In vielen Gesprächen mit Reisenden,  vor allem denjenigen jüngeren Alters, wurde mir gesagt, dass es in Neuseeland ziemlich leicht ist, per Anhalter von Stadt zu Stadt zu reisen. Nachdem ich zum Kiwiburn via Facebook eine Mitfahrgelegenheit gefunden hatte und auf dem Kiwiburn sowieso gefühlt die Hälfte der Besucher auch ans Luminte-Festival weiterzog und deshalb schnell eine Mitfahrgelegenheit fand, entschloss ich mich dazu, für die Rückreise vom Luminate-Festival den Daumen der linken Hand hochzuhalten.

Was man dazu wissen sollte: Luminate fand am Rand des Abel Tasman National Park beim Golden Bay an der Nordspitze der Südinsel statt – Alles klar? Ein Blick auf die Karte hilft! Von dort aus gibt es zwei etwa gleich lange Routen nach Christchurch, nämlich eher westlich über den Louis Pass oder eher westlich über Nelson, Blenheim, Kaikoura. Die westliche Route ist etwas schneller, aber führt vor allem durch unbewohntes Gebiet. Für den Anhalter bedeutet das, dass er eigentlich nur dann eine sinnvolle Mitfahrgelegenheit findet, wenn diese sowieso bis Christchurch fährt – Bei über 400 km Distanz etwas eher seltenes. Die östliche Variante ist etwas länger, aber hat einige grössere Städte auf dem Weg, wodurch ein etappenweises Fortkommen begünstigt wird.

Die zwei Wege vom Luminate nach Christchurch.

Die zwei Wege vom Luminate nach Christchurch.

Am letzten Festivalmorgen machte ich mich also früh auf den Weg zur Ausfahrtsstrasse, natürlich mit einem passenden Schild mit der Aufschrift “TO CHRISTCHURCH PLEASE ❤”. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Route ich wohl nehmen würde, und hoffte einfach auf eine direkte Reise.

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Pretty pretty please?

Auto Nummer 1: Schon nach wenigen Minuten hielt eine Mitorganisatorin des Festivals an und bot an, mich wenigstens zur Hauptstrasse zu fahren – Sie müsse weiter nach Norden und ich nach Süden, aber so viel könne sie tun für mich. Ich nahm an. Im Nachhinein sollte sich das als eine eher schlechte Idee herausstellen, aber dazu später mehr.

Auto Nummer 2: Wenige Minuten später stand ich also an der Strasse von Takaka nach Motueka und hielt mein Schild hoch. Wieder dauerte es nicht lange, bis ein Festivalorganisator entlangfuhr und anbot, mich nach Motueka, dem nächsten grösseren Ort im Süden, mitzunehmen. Ich nahm an.

Auto Nummer 3: In Motueka angekommen, lief ich erst der Hauptstrasse entlang etwas weiter südlich, stadtauswärts. Kann ja nicht schaden. An einem Ort, wo Autos gut anhalten können, hielt ich also wieder mein Schild hoch: “TO CHRISTCHURCH PLEASE ❤”. Wieder dauerte es nicht lange, bis mich ein Inder mitnahm, dieses Mal nach Nelson.

Ich kam im Süden der Stadt an und wusste, dass der Highway nördlich des Stadtzentrums zu finden ist. Ausserdem hörte ich davon, dass man auf Highways nicht zu Fuss unterwegs und deshalb auch nicht Anhaltend dort stehen darf. Ich versuchte es also kurz vor dem Kreisel, der auf den Highway führt. Ziemlich erfolglos allerdings, dafür wurde ich nach etwa einer Viertelstunde von 2 Radfahreren darauf hingewiesen, dass ich es ein paar hundert Meter weiter westlich versuchen sollte. Ich bedankte mich, buckelte meinen Rucksack und marschierte los.

Auto Nummer 4: Der Tipp der Radfahrer erwies sich als hilfreich, es dauerte etwa 10 Minuten bis zum nächsten Angebot: Nach Tahunanui. Das sei zwar nur 10 Minuten weiter, aber immerhin in die richtige Richtung – Der Fahrer meinte damit den westlichen Weg. Ich aber war mehr auf den östlichen Weg fixiert. Egal, wenigstens stand ich mal am Highway. Und so verboten sah das gar nicht aus.

Auto Nummer 5: Ich wechselte also die Strassenseite. Mittlerweile war ich knapp 3 Stunden unterwegs, und so ganz ohne Frühstück war ich langsam hungrig. So viel Wasser hatte ich auch nicht mehr, aber die Tankstelle war mir zu teuer. Ich verzichtete also, stand an der Strasse, und wurde bald mitgenommen: Wieder nach Nelson, aber dieses Mal zu einem Parkplatz gerade östlich der Stadt. Ein Ort, an dem aller Verkehr nach Osten durchkommt. Prinzipiell der ideale Ort!

Nur leider war ich nicht der einzige, der so dachte. Wir sassen zu siebt dort, und niemand hielt an. Mir mit dem Christchurch-Schild wurde signalisiert, ich solle auf die andere Seite der Strasse – Verständlich, ist die westliche Route doch die schnellere. Auch nur mit Daumen und ohne Schild blieb ich erfolglos (wie alle anderen auch in der Zeit, als ich da war). Ein neuer Plan musste her. Mittlerweile bereute ich es, das Festivalgelände ohne eine direkte Fahrt verlassen zu haben, denn das wäre dort bei der Menge an zuvorkommenden Menschen vermutlich echt nicht schwierig zu finden gewesen.

Ich entschloss mich dazu, es nochmal dort zu versuchen, wo Auto Nummer 4 mich aufgegabelt hatte, nur dieses Mal direkt am Highway. In der Mittagssonne und mittlerweile ohne Wasser war dieser Marsch dann doch anstrengender als gedacht, so langsam musste ich mir Gedanken um Verpflegung machen. Eigentlich nicht langsam, sondern ziemlich schnell, aber ich ignorierte dies geflissentlich.

Auto Nummer 6: Am erwähnten Ort traf ich zwei weitere Anhalter. Hmpf. Wir konnten uns jedoch kaum gegenseitig vorstellen, als bereits ein Wagen vorfuhr: Ein junger Neuseeländer machte uns darauf aufmerksam, dass wir keinen günstigen Ort gewählt hatten, aber er fahre uns gerne zum idealen Ort. Er selbst fahre weiter nach Motueka. (Da war ich doch schon!) Nachdem wir noch das Missverständnis geklärt hatten, dass wir nicht zu dritt unterwegs waren, entschlossen sich die anderen beiden, mit ihm eben nach Motueka zu fahren. Ich musste aber immer noch nach Christchurch. Also fuhr er mich zu dem Ort am Highway, wo wirklich alle Autos der Region Motueka-Richmond-Nelson durchfahren müssen, wenn sie die westliche Route nach Christchurch nehmen wollen. Ausserdem wurde meine Wasserflasche aufgefüllt, hallelujah!

Es war mittlerweile kurz vor 2 Uhr nachmittags, als ich dann dort sass und Schild plus Daumen hochhielt. Frisch gestärkt mit Wasser und Schoko-Cookies war ich sehr motiviert, zumal hier nur ein anderer Hitchhiker sein Glück versuchte und dieser hinter mir stand. Ich stand also da, lächelte, suchte Blickkontakt… und alle fuhren sie an mir vorbei. Ich versuchte es stehend, sitzend, mal weiter draussen in der Strasse, mal ganz am Rand, mal mit Schild, mal ohne, mal mit Daumen, mal ohne. Vroooom, alles fuhr vorbei. Die einseitige Belastung des Daumen-Hochhaltens gepaart mit der Müdigkeit von über 2 Wochen im Zelt zu schlafen führte dazu, dass mir bald mal der Rücken zu schmerzen begann. Also noch ein Haltungswechsel.

Nach einer guten Stunde machte ich mir die ersten Gedanken, wie ich wohl am schlausten wieder in die Stadt kommen würde, und wie lange ich es wohl noch probieren würde. Vroooom, alles fuhr vorbei. Ob ich wohl doch einfach auf die andere Strassenseite sollte, in die Stadt, um dann am nächsten Tag den Bus zu nehmen…? Mittlerweile war es 6 Stunden her, dass ich das Festivalgelände verliess, und ich sass auch bereits in 6 verschiedenen Autos, aber so wirklich weit gekommen war ich noch nicht. Vielleicht etwa 20% der Strecke, es lagen noch 400km vor mir.

Auto Nummer 7: Ich hätte es fast nicht gemerkt, dass die beiden jungen Deutschen doch tatsächlich angehalten haben. Ich weiss nicht mehr genau, warum ich mich umdrehte, aber da standen sie, luden das Gepäck in ihrem Wagen um. Ja, sie fahren nach Christchurch und nehmen mich mit. Jackpott! Überglücklich stieg ich ein, wir fuhren los, unterhielten uns, alles war perfekt.

Hier könnte meine Anhaltergeschichte zu Ende sein. Der Anhalter-Teil der Geschichte ist es auch, aber der Tag sollte noch die eine oder andere unerwartete Wendung mit sich bringen… Mehr dazu im nächsten Eintrag in nicht all zu ferner Zukunft.

Kiwiburn: Neuseelands lokaler Burning Man Event

Ich war also auf dem Kiwiburn. Was bitte schön soll das sein? Ein Erklärungsversuch der zehn leitenden Ideen, vermischt mit persönlichen Eindrücken.

  1. Radical Inclusion. Jeder kann, jeder darf, jeder soll kommen, wenn er denn will. Niemand wird ausgeschlossen, egal wie alt oder jung, ob alternativ oder gesellschaftskonform. Niemand wird wegen seines Aussehens oder seines Verhaltens irgendwie schief angeschaut oder missachtet, jeder kommt so wie er ist. Ich habe noch nie so viele authentische Menschen auf einem Haufen gesehen. Und auch noch nie so viele nackte Menschen, die um ein Feuer tanzen – Einige hundert dürftens schon gewesen sein, notabene bei weniger als 1000 Festivalbesuchern.
  2. Gifting. Auf einem Burn ist Geld (fast) nutzlos, denn kaufen kann man (fast) nichts. Eine Ausnahme gabs, dazu später mehr (bei Punkt 4.) Man zieht nun leicht den Fehlschluss, dass dann wohl fleissig gehandelt wird und man deshalb geeignete Tauschmittel mitnehmen sollte, aber dem ist überhaupt nicht so: Es wird geschenkt. Uneigennützig, ohne Gegenleistung, einfach so. Der Anhänger gefällt dir wirklich gut? Dann nimm ihn doch, ich brauche ihn nicht unbedingt. Wie, du hast zu viel Lachs geräuchert und hast nun einen halben Fisch übrig? Ich nehm gerne ein bisschen davon… Wir sollen ihn aufessen? Okay, kein Problem! (Es war der beste Fisch meines Lebens. Zart, saftig, reich an Geschmack aber nicht verwürzt. Ein Gedicht.)
  3. Decommodification. Weg von Konsumprinzipien und normativem Denken, einfach sein. Nimm dir das, was du brauchst, dann wann du es brauchst. Und wenn es das nicht gibt, mach es selbst! Zum Beispiel neue Federn auf dem Hut annähen. Und wenn dir morgens um 7 nach der durchgetanzten Nacht nach einem Chai gelüstet, dann geh doch einfach zum Teezelt und koch dir selbst einen. Es kostet nur deine Zeit. Und übrigens, habt ihr gewusst, dass Podpoi echt gute falsche Brüste abgeben, die dazu auch noch halbwegs weich sind, wenn man sie befummelt? Ganz abgesehen davon, dass sie dazu auch noch leuchten…
  4. Radical Self-Reliance. Du hängst nur von dir ab und niemandem sonst. Heisst insbesondere: Du musst alles, was du in der Burn-Zeit zu dir nehmen willst, selber organiseren und mitnehmen. Inklusive Nahrungsmitteln und allem (!) Wasser, das du brauchst. Für 5-6 Tage. Das ist viel und ziemlich schwer (Richtmenge: 6 Liter pro Person und Tag). Plane gut. Damit deine Lebensmittel nicht kaputt gehen, kannst du für wenig Geld kiloweise Eiswürfel kaufen. Und wenn du es nicht schaffst, ist das nicht so schlimm, dir wird geholfen. (Siehe Punkt 1, 2, 6, 7, …)
  5. Radical Self-Expression. Sei du selbst, egal was das bedeutet. Bring Kunst mit, baue etwas tolles, unterhalte mit Feuerkunst, oder leg dich einfach den ganzen Tag ins Schlammbad. Aber zeige anderen, wer du bist! Vielleicht ist ja die spontan abgehaltene Twerkingcompetition etwas für dich? Oder der offene Rund-um-die-Uhr-Jam auf der Rockstar-Stage? (Es gibt tatsächlich Leute, die 4 Stunden am Stück growlen können.)
  6. Communal Effort. Auch wenn es auf einem Burn viel um dich selbst geht, das ist nicht alles. Baut zusammen ein buntes Camp auf, stellt eine Soundanlage dazu und schmeisst eine Zombie-Frühstück für alle! Oder vielleicht mögt ihr lieber eine mobile Bar, die hier und dort mal wieder für ein Stündchen oder zwei auftaucht und erfrischende Cocktails unbekannten Inhalts ausschenkt? Ohne Gegenleistung, selbstverständlich. Glas oder Tasse nicht vergessen!
  7. Civic Responsibility. Du bist zwar auf dem Papier für nichts verantworlich, in der Praxis aber für alles, was schief geht. Da liegen Plastikfetzen herum? Sammle sie doch einfach ein und entsorge sie statt nach einer Putztruppe zu suchen. Du siehst jemanden, dem es wirklich richtig mies geht, oder siehst offenen Missbrauch? Geh hin, sprich das Problem an, helfe auf welche Weise auch immer. Denn wenn du das Problem nicht löst, wer sonst?
  8. Leaving No Trace. Müll gibt es nicht, nur Matter out of place, kurz Moop. Bring ihn da hin, wo er hingehört, nämlich in deinen eigenen Müllbeutel, den du nach dem Festival zuhause brav der Recyclingstation übergibst. Übrigens, diese Menge reduziert man am effektivsten dadurch, indem man Verpackungen und Plastiksäcke gar nicht erst mitbringt, dann muss man sie nämlich auch gar nicht mehr entsorgen. Auch Zigarettenstummel gehören nicht auf den Boden. Urin hingegen ist ein hervorragender Dünger und überall willkommen, wo er nicht durch den Geruch stört.
  9. Participation. Es läuft viel, mach einfach mit und lass dich treiben. Spiele mit, tanze mit, erforsche andere und dadurch dich selbst. Lass dich beschenken von den reichen Erfahrungen, die du nur so machen kannst. Eine Gruppenmeditation zum Thema Mindfulness mit anschliessendem Erfahrungsaustausch ist da nur der Anfang.
  10. Immediacy. Nur das Hier und Jetzt zählt, denn morgen ist schon wieder alles anders. Erwarte nichts, sondern nimm, was dir gegeben wird, und erfreue dich daran. Niemand ist dir irgend etwas schuldig, genau so wie niemand etwas bei dir zu gut hat. Das Mädel, das mit dir seit Stunden eng tanzt, hat vielleicht einfach nur Spass am Flirten und will gar nicht mehr von dir, und das ist vollkommen in Ordnung so.

TLDR: Fotos von einem nicht ganz unbegabten Menschen.

Roadtrip, Teil 3: Mount Roberts, Lake Rotoiti, Ozeanbewohner und Kaikoura

Nach über 2500 km auf der Strasse in 10 Tagen ist mein Roadtrip nun beendet, in wenigen Stunden gebe ich den Mietwagen zurück und fahre auch gleich los zum ersten Festival! Diese letzten 2 Tage hatten es aber noch ganz schön in sich:

  • Hike: Mount Roberts, Lake Rotoiti. Die letzte Tageswanderung führte mich zu einem wundervollen Aussichtspunkt, das Wetter trug das Seinige dazu bei, um wunderbare Landschaftsfotos zu schiessen. Dazu alles voller frischem Morgentau, ein Traum für den Hobbyfotografen und -wanderer.
  • Whale Watching, Kaikoura. Als letztes Event hatte ich eine Whale Watching Tour in Kaikoura gebucht. Ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein, aber ziemlich windigen Verhältnissen (eigentlich etwas, was für mich kaum noch speziell ist, denn windig ists hier immer), ging es mit einem Schiff raus auf den Ozean. Ob wir wohl einen Wal zu sehen bekommen würden? Es habe hier in der Nähe meistens zwei Pottwale, man sehe sie sehr häufig. Tatsächlich hatte ein weiteres Boot, das vor uns auslief, auch bereits einen gefunden. So fanden wir den Wal also auch problemlos, ein 20 Meter langer Pottwal… Sehr beeindruckend! Danach war die Tour aber noch nicht zu Ende: Wir besuchten noch einen Delfinschwarm, der nach einigem Zögern und Herantasten dann doch noch die viel gerühmte akrobatische Verspieltheit demonstrierte. Zum Schluss gabs dann noch den einen oder anderen Seelöwen sowie angeblich einige Quallen, die ich aber nicht entdeckte. Aber ich hatte ja auch so viel ozeanisches Wildlife auf nächster Nähe betrachten dürfen.

So, aber nun sag ich erstmal Tschüss und bis bald! Bis am 4. Februar treibe ich mich auf Festivals herum, Laptop und Kamera bleiben hier in Christchurch. Man liest sich.

Ausblick: Die kommenden Tage, Wochen, Monate

Wie man der Karte in meinem letzten Post ansieht, bewege ich mich langsam wieder Richtung Christchurch. Dort muss ich am 19. Januar meinen gemütlichen Campervan wieder zurückgeben. Aber auch für diese 3 Tage ist noch einiges geplant: Morgen früh will ich hier in St Arnaud nochmal wandern gehen, nachdem mir das Wetter heute einen Strich durch die Rechnung machte und ich deshalb Arthur’s Pass gänzlich ausliess. Den Abend will ich dann in Blenheim verbringen, in der Hoffnung möglichst viel Bier von 8 Wired Brewing zu probieren… (Neuseeland ist übrigens bereits das Land, aus dem ich am meisten verschiedene Biere bewertet hab.) Am 18. sehe ich hoffentlich Wale und Delfine in Kaikoura, und dann gehts auch schon zurück nach Christchurch.

Aber ihr wisst ja auch, dass am 19. noch nicht das Ende meiner Reise erreicht ist. Die folgenden und verbleibenden zwei Wochen werde ich fast ausschliesslich auf Festivals verbringen, nämlich auf dem Kiwiburn, Neuseelands lokalem Burning Man, sowie Luminate, einem Musik- und Zirkusfestival. Erwartet in der Zeit also mal besser nicht zu viel Aktivität von mir. Berichte wird es sicher geben, bei Fotos bin ich mir noch nicht so sicher. What happens at the Burn, stays at the Burn.

Und dann, ja, dann gehts auch schon weiter nach Australien! Ich habe exakt 6 Wochen Zeit und hoffe, in der Zeit die Ostküste von Adelaide bis Cairns zu schaffen. Dann gehts für 3 Wochen nach Bali, bevor ich Mitte April für einen Retreat nochmal eine Woche in Sydney verweile.

Und dann? Tja, das ist die grosse Frage. Ich hab dann einen Monat Zeit, bevor ich in Nordschweden erwartet werde. Reisevorschläge und auch -partner sind sehr willkommen!

Spring Recap: Mai 2014

Der Mai hatte es dafür dann in sich: Gleich am ersten Wochenende trafen sich die Schweizer Feuerspieler zum ersten Swiss Flow Arts Retreat im Tessin, organisiert von Joseph und Thomas – Herzlichen Dank euch beiden! 4 Tage lang durften wir voneinander lernen, über die Schweizer Szene diskutieren, Pläne schmieden und Freundschaften knüpfen. Einige Sachen beginnen auch bereits Früchte zu tragen, und in mir schwebt immer noch die rpositive Energie, dass wir gemeinsam Vieles verwirklichen können. Zum Beispiel problemlos die ausstehenden Kosten des Retreats mit einer Kollekte nach einer Feuershow reinholen und dabei die gefühlt halbe Bevölkerung eines Bergtals zu begeistern.

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Centro Arte, Cabbiolo, Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Feuershow am Swiss Flow Arts Retreat. Mai 2014

Gleich das Wochenende darauf stand dann die FS-Con auf dem Programm. Die Convention findet auf dem wunderbaren Sensenstein bei Kassel statt, der wie gemacht für diese Convention ist: Grosse Rasenflächen, Zeltplatz zwischen schützenden Bäumen, Dreifachturnhalle mit ausreichend sanitären Anlagen, Essmöglichkeiten, und für die nicht so wetterfesten unter uns auch Mietszimmer. Wie immer war das Workshopprogramm mehr als voll, so dass man sich zu schmerzhaften Endscheidungen durchringen musste. Ich verfolgte dieses Mal vor allem Workshops, in denen an Bewegung und Ausdruck gearbeitet wurde. Meine Erfahrungen zeigen doch, dass man damit noch viel mehr herausholen kann als durch mehr Technik. Leider war dieses Wochenende ziemlich verregnet, so dass auch die Galashow in die Turnhalle verschoben musste und der legendäre FS-Con-Firespace nur spärlich bespielt wurde. Grosses Kompliment jedoch an die Gala-Acts, die fast alle klaglos auf Indoor und LED umgestiegen sind!

In der Zwischenzeit hat Foyk weiter an der Partnerpoi-Choreographie gefeilt, die dann Anfang Juni erstmals aufgeführt werden sollte. Also haben die beiden von uns, die die Choreo als erstes brauchten, flugs die finalen Details festgelegt und ordenlich geprobt, während wir anderen beiden eine Fächer-Choreo für einen anderen Auftritt auffrischten. Glücklicherweise wurde in dieser Zeit der Raum neben unserem Atelier gerade nicht gebraucht, so dass beide Paare parallel mit Musik proben konnten.

Ende Mai fand ausserdem der Departementsausflug des D-MATH statt: Wir besuchten das Weinbaumuseum auf der Halbinsel Au. Spannende Sache, dieser Weinbau, aber irgendwie liegt mir mittlerweile das Bierbrauen deutlich näher. Für den Preis einer guten Flasche Wein kriegt man einfach deutlich mehr Craft Beer der Qualität “Weltklasse”, welches erst noch in einer ungleich grösseren Vielfalt existiert. Item: Ich konnte den Ausflug nutzen, um erneut meine Ideen bezüglich der beruflichen Karriere bei den richtigen Personen platzieren und hoffe, dass das dann nächstes Jahr so klappt, wie ich mir das vorstelle. Daumen drücken ist angesagt!

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D-MATH Departementsausflug. Mai 2014


Du sagst, Du spürst nichts, aber Du wollest etwas spüren. Deine Worte drehen sich unaufhörlich in meinem Kopf. Was ist passiert, und warum? Du kannst nicht erklären, bietest Dein Mitleid an. Mehr kannst Du mir nicht geben, auch zu Deinem Bedauern.  Wir geben Uns Zeit, in der klammen Hoffnung, es führe zu mehr als nichts.